* besseren Staatshaushaltung geworden, ohne welche dies Land noch jetzt eine Wüste wäre.“ Die hierin ausgesprochene Bedeutung der Städte gründet sich nicht zuletzt in dem Werte ihrer Verfassungseinrichtungen, deren verschieden— artige Gestaltung in den einzelnen Epochen im folgenden geschildert werden soll. Erster Abschnitt. Die deutschen Städte im Mittelalter: Ihre Blütezeit. Wenn wir das Städteleben im Mittelalter betrachten wollen, so kann es sich natürlich nicht darum handeln, die unzähligen Streitfragen auf diesem Gebiete auch nur annähernd vollständig zur Darstellung zu bringen. Wer wollte sich dessen auf kurzem Raume unterfangen! Bei ihnen handelt es sich immer vor allem um die zwei Punkte: wie die Städte in Deutsch-— sand entstanden sind, und um den schwierigeren, auf welche Weise ihre Verfassung sich entwickelt hat. Unser Zweck erheischt es nur, die ein— rachsten Grundlinien mittelalterlichen Städtelebens zu ziehen. Wir versetzen uns also sogleich in die Blütezeit der Städte hinein, die von etwa 1200 - 1450 gedauert hat. Zunächst wollen wir — vom Allgemeinen zum Besonderen vor— schreitend —, skizzenhaft in den allgemeinsten Umrissen, ein Bild von den äußeren, politischen und wirtschaftlichen Zuständen im Reiche der da— maligen Zeit und von der Stellung, die die Städte darin einnahmen, zu zeichnen suchen, um sodann zu einer Schilderung des inneren Lebens der Städte und ihrer Verfassung überzugehen. Als Ausgangspunkt wählen wir also etwa das Jahr 1200, zunächst ins meist an Lindners schöne Darstellungen anlehnend. Die kaiserliche Macht war schon im Verfall, als Kaiser Friedrich II. 1212) die Herrschaft erlangt hatte. Das deutsche Königstum hatte den Fürsten als Landesherren weitgehende Befugnisse gewähren müssen; in ihren Händen lag das eigentliche Regiment über die Untertanen. Der Fürsten, die aus dem hohen Adel erwachsen waren und mannigfache Titel führten, gab es sehr viele, geistliche und weltliche, große und kleine. Ihre Besitzungen bildeten indessen zu jener Zeit noch keine fertigen und abgeschlossenen Länder („Territorien“). Wirr lagen die einzelnen Stücke der verschiedenen Herren durcheinander. Indem nun diese anfingen, hre Gebiete einheitlich zu gestalten und abzurunden, waren die Ursachen zu unaufhörlichem Streite gegeben. Je mehr das Königtum verfiel, desto häufiger wurde zur Selbsthilfe und zu den Waffen gegriffen. In dem vild tobenden Fehdewesen fanden Adel und Ritter, meist als Vasallen