— 832 — die durch Ämter, Wuͤrden u. dgl. von der Ortsgerichtsbarkeit befreit sind). und 3. in Schutzverwandte (alle, die weder zu den eigentlichen Bürgern, noch zu den Eximierten gehören). Gemeinschaftliche Angelegenheiten der Gesamtbürgerschaft werden mit den „Repräsentanten“ verhandelt. Jedoch werden diese „Stadtver⸗ ordneten“ nicht von der Bürgerschaft, sondern von den Zünften und sonstigen städtischen Korporationen gewählt, bisweilen sogar von der Stadtobrigkeit bestellt; sie sind in der Ausübung ihrer Funktionen an die Beschlüsse ihrer Mandanten gebunden. Neben den gewöhnlichen Städten bestehen noch zahlreiche sogenannte „Mediatstädte“ (die außer unter dem Staate noch unter einer — meist adligen — Grundherrschaft stehen) und Flecken Dörfer, die jedoch die Befugnis haben, gewisse städtische Gewerbe zu treiben). Wir haben bis jetzt den Zustand der städtischen Verwaltung in ihren Beziehungen zu Regierung und Bürgerschaft kennen gelernt. Wir wollen uns nun noch ein Bild von der damaligen Bürgerschaft als solcher und von ihrem Leben zu entwerfen suchen, denn sie ist es, die die Städteordnung von 1808 vorfand. Es dient daher zum besseren Verständnis, wenn wir eine genauere Vorstellung von ihrer Art besitzen. Wir stehen im Jahrhundert kleinstädtischen Philistertums, in der Zeit der kleinen Landstädtchen; noch sehlt die Weite internationalen Lebens völlig. Zunächst wieder einige Ziffern, die uns über den Charakter der damaligen Städte Aufschluß zu geben vermögen. Solche sind freilich schwer zu beschaffen, denn allgemeine Volkszählungen werden in Preußen fortlaufend erst seit 1816 vorgenommen. Wir halten uns vor allem an des bekannten Süßmilchs Berechnungen. Zuerst folgen einige Einwohnerzahlen heutiger Großstädte, mehr aus der Mitte des 18. Jahrhunderts; sie geben — meist nur auf Berechnung gestützt — allerdings nur Annäherungswerte. Es hatten Einwohner in den Jahren: Magdeburg (1782). 26270 München (1760).. 25650 Braunschweig (1 760) 25 200 Erfurt (1770)7 . 19 000 Stuttgart (1 750) 16800 Halle (1782). 15 500 Zittau (17585) . 14 000 Altstettin (1 740) 2860 Gotha (1766) ... 2800 Chemnitz (1755). .. 8960 Wittenberg (1 750) 7560 Von den westlichen Städten zählten — Soest (1735) mit 11480 Finwohnern weit voran — Altena, Hamm, Unna, Iserlohn, Bochum, Duisburg etwa zwischen 2000 -3000 Seelen. Nun noch einige Ziffern aus der Zeit um die Wende des Jahr—