der politifchen Dekonomie«. Manche Punkte in der hiftorifchen Entwieklung
der politifchen DYekonomie und viele Felder aus. -der Sefchichte des wirth-(chaftlichen
 Wolkslebens haben eine fo fehr genügende gefchichtlihe Behands
lung gefunden, daß fie Demjenigen, der fie als Borarbeiten zu einer Dar
ftelung des umfaffenderen Sebietes braucht, wenig zu wünfchen übrig laffen,
Sie find von den überfichtlich refümirenden SGefchichtfhreibern der nolitifchen
Dekonomie im Auslande gar nicht benußt worden.
Un diefer Stelle dürfen jedoch einige deutfche Volkswirthfchaftsgelehrten
nicht ganz unermähnt bleiben, weiche den hiftorifhen Stoff für eine Darftelung
 der gefhichtlichen Entwicklung der voltswirthfchaftlihen Zuftände
mwenigffens parcellenweife in die wiffenfchaftlihe Verarbeitung der National:
Sfonomie eingerwebt haben, fo daß wir gewiffermaßen in diefer zugleich einen
Berfuch zur Löfung der gefchichtlichen Aufgabe anerkennen müffen. Bon
diefem Sefichtspunkte aus würde fchon hier SG. %. Kraufe zu ermähnen
fein, der fehon vor zwei Jahrzehnten einen »Verfuch eines Syftemes
der National: und Staatsdikonomie mit vorzüglidher Bes
eäcfichtigung Deutfhlands aus dem Gange der Bölkers
cultur und aus dem praktifdhen Leben entwickelt« veröffent:
lichte 1). Doch finden wir in diefem Buche nichts weniger als eine gefchicht:
liche Entwicklung des Sanges der Bölkercultur. Von vorn herein tritt an
die Stelle einer an die hiftorifchen Yuellen — nicht an die FEritiklofe Ueberlieferung
 fpät geborener Nachfchreiber — fi anfchließenden gefchichtlichen
Darftellung ein conftrutrter Schematismus mit dem bekannten Anfangs:
capitel über den faft thierifch rohen Urzuftand auch derjenigen Völker, welche
die größte Bildungsfähigkeit bewiefen haben. Aus jenem haben fie fih, nach
Kraufe, fo herausgearbeitet, daß fie immer über die Formen der höheren
wirthfchaftlichen Entwiklungsfiufen Übereinkamen. Die abfiracte generas
lifirende Erörterung, wie fi Jägerz und ‚Hirtenteben, Uckerbau, Semwerbe
u. f. ®. nad) und aus einander entwickelt Haben, Fann mohl nur als eine
bis dahin ungewöhnliche Einleitung für den Hauptzwedk des Buches: die
herrfchenden AUnfichten von der NMationaldkonomie populär zu machen, ange:
feben werden. Doch ift es, wie fi noch zeigen wird, aus einem anderen
BSrunde auffällig genug, daß Kraufe’s Werk gar Eine nachhaltigere
Beachtung gefunden hat,
Sn fpäterer Zeit war e8 zunächft befonders Friedrich Lift, welcher
— in feinem nationalen Syfteme der politifghen Dekonomie —
die gefhichtlihe Entwiklung volfswirthfchaftlicher BVerhättniffe bei den grö:
Beren Nationen zum SGegenftande einer hefonderen Darftellung gemacht hat,
aus deren Mefultaten er Beweisgründe für fein handelspolitilches Spftem

1) Leipzig 1830. 2 Bände.