Wer die gefhichtliche Entwicklung zunächft volksmwirthfchaft:
Lidher Zufände und Lebensverhältniffe audy in den früheren
Zeiten gewinnen will, findet an den fecundären Yuellen Feine fehr erBebliche
Unterftügung. Bei aller Anerkennung des epochemachenden Umfehmungs,
welcher für die neuefte Sefchichtfchreibung iInsbefondere durch Spittler
und Heeren ?) eingeleitet worden if, muß man e8 doch entfchieden in Ubvede
 fielen, daß auch die hervorragendften Hiftorifer der neueften Zeit, vote
fehr fie aud) den SefichtsEreis der allgemeinen Sefchichte über die lange feftz
gehaltenen engen Srenzen hinaus erweitert haben, den wirth{haftlichen Zu:
ftänden und Entwicklungen der Völker diejenige Beachtung gewidmet haben,
welche ohne allen Zweifel die Bedeutfamkeit des SGegenftandes dringend ers
fordert. Es Läßt fich ja freilich auch aus den allgemeingefchichtlichen Dar:
ftelungen manches Material für einzelne Punkte und Seiten in der wirth-[chaftlichen
 Entwicklung der Völker zufammenlefen, aber gerade der Umftand,
daß es zumeift ganz atomiftifch verftreut fich findet, Überhaupt nur als ein
ganz untergeordneter Beffandtheil der gefchichtlihen Ausführung auftritt,
beweift fchon die Stelle, welche e&amp; in dem Urtheil des Hiftorikers einnimmt.
Ob die getroffene Auswahl eine glückliche zu nennen fei, ift dann noch eine
andere Frage. Faft immer aber hat man nur Notizen, einzelne Data vor
fi, die wenig genug befunden, fobald fie aus dem allgemeinen Lebens
grunde, der fie trägt und den fie deuten, Herausgelöft werden. Ein Beweis,
wie er nur gewünfcht merden Fann, liegt fehr nahe, €, Baum ftarEk hat
feinen »volfswirthfchaftlihen Erläuterungen vorzüglich über D. Ricardo’s
Syftem« eine mit vielem Fleiße aus den Darftellungen der Sefchichtfchreiber
zufammengefuchte Sammlung wirth{haftliher Notizen über das Leben der
verfchiedenen Völker in der alten Zeit vorausgefchickt. Dochy wird fchon auf
ben erften Blie Yedermann den fehr fragmentarifchen Charakter diefer Zu:
fammenftellung erkennen. Viele der roichtigften Fragen, weiche in uns bei
dem erften Gedanken an den Segenftand auffteigen, bleiben ganz unbeant:
mwortet, die Notizen find, um nur einigermaßen eine Ausfüllung zu ermög:
lichen ,. aus fehr verfchiedenen Zeiten zufammengeftellt, fo daß die gleichwohl
[parfamen Nachweife aus einem über mehrere Sahrhunderte ausgedehnten
Beben zu einem Eeinen »gefdhichtlidhen« SGefammtbilde mitwirken müffen,
modurch aerade mieder der CSinblif in eine agefchichtliche Entwicklung inner:

') Obwohl Beide unter einander ftarke Sontrafte zeigen. Indem Spittler
mit genialer Birkuofität den‘ älteren befihränkteren Gefichtskreis beherrfcht,
überliefert er das Dauernde aus demfeliben wie gereinigt und verklärt der
neuen Periode, weldhe Heeren einleitet; es ift als ob ein Sanuskopf den
Markftein einer neuen Epoche der Sefhichtfchreibung bilde. Hier zu ers
mähnen find befonders Heeren’s Ideen über die Molitik, den Verkehr und
ben Handel der Mölker der alten Melt.