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Freilich (äßt fi nicht in Wbrede ftellen, daß die fehr fragmentarifchen
Notizen der neueren allgemeinen Sefchichtfchreibung über die Entwicklung
der mwirthfehaftlichen Zufände der Bölker his zu einem gewiffen Srade durch
den Inhalt der gefchichtlichen Yıuellen felbft, wenn man will, entfehuldigt
und erklärt werden. Es zeigt fich ja auch in den lebteren weder eine durchs
gehende noch eine umfaffende Beachtung der betreffenden BVerhältniffe, und
häufig vermißt man alle und jede Uufmerffamteit für fie; den Schriftftellern
vergangener Jahrhunderte fehlt eben noch weit mehr als denen der nächft»
beroffenen Zeit die rechte Erkenntniß in die Bedeutung diefer Seite des
Wölkerlebens. Indeffen handelt es fi doch hier Feineswegs nur um die
Benugung eigentlich fehriftftellerifcher Documente, und felbft aug ihnen wer:
ben fich die wünfchenswerthen Nachweife in weit größerer Zahl und Bedeuz
tung einffellen, wenn fie emfiger und in einem weiteren Kreife gefucht fein
werden. Eine Menge von Schriften, welche von Demjenigen, der nach
Notizen über die politifche und Lirchliche BSefchichte fucht oder einen zu Enappen
 Mafftab für den Umfang der Culturmanifeftation des Menfchengefchlech»
fe8 handhabt, oft ganz unbeachtet zur Seite gefhoben werden, ftellen {ich
hier aus dem Gebiete der Literaturzweige ein, welche allerdings mit den ges
fchichtlichen Ereigniffen im überlommenen Brauche des Wortes gar nichts
gemein zu haben fcheinen, und manche »todte Zahl« wird mißachtet, welche
leicht in ein lebendiges und bedeutfames Wort umgefchaffen werden Fönnte,
Sn der hat liegt gerade für die gefchichtliche Erforfchung der wirth(haftlichen
 Momente des Volkslebens in den »allgemeinen Weltgefchichten«, die
bon dem Urfprunge und dem Fortgange aller Länder und Reiche, von den
Kriegen und Eroberungen großer Könige u. f. w. Handeln, eine viel geringere
Ausbeute al8 in den taufenderlei »Kleinigkeiten der Literatur«, mit denen
auch fehon in vergangenen Zeiten die große Familie der namenlofen oder
nur in ihrer Zeit genannten Schriftfteller ihr Scherflein neben die umfang:
veichen Werke der ruhmyekrönten Koryphäen gelegt haben. Hinfichtlich
andermweitiger Documente zögere ich Feinen Augenblick es auszufprechen, baß
die Quellen, welche z. B. die »hiftorifchen Bereine« in Deutfchland erforfcht
und ausgebeutet haben, fehon jet für die Darftellung einer Sefchichte der
volFswirthfchaftlichen Zuftände und Entwicklungen über allen Vergleich wich:
tigere Sundgruben find, als jene von Öffentlichen Autoritäten verbrieften und
verfiegelten Pergamente ; jenes Eraufe, an »Ereigniffen« leere Sefchreibfel ift
niemals aus den Schränken der Schlöffer und Stiftungen, von den Böden
der Nentfammern und Nathshäufer u. f. w. in die Staatsarchive gewanbdert,
Bis jeßt haben dergleichen Materialien verhältnismäßig noch weit mehr bie
FücEmärts arbeitenden Statiftiker al8 die eigentlichen Sefdhichtsforfcher ange:
vegt und zu umfaffenderen Combinationen veranlaßt, Aber auch die Yuellen-[hriften,
 welche wir in den Sefchichten der »Nationalliteraturen« behandelt