J

fiheren und nothwendigen Bedingungen der Befferung, ja fo zu fagen der
Erziehung deffelben durch Anwendung einer ganz neuen Form und Art des
Düngens an die Hand gegeben; die Zunahme des fruchtbaren Bodens eines
Territoriums ohne Weiterung der Landesgrenzen ift jeßt möglich geworden.
Schon hierdurch ift die politifche Dekonomie an den Ergebniffen des An:
baus auf jenem unermeßlichen Felde, welches fich in der neueften Zeit vor
den Naturwiffenfhaften eröffnet hat, nahe betheiligt, und für jet IÄßt fich
die Menge und die Bedeutung der Refultate aus den zahlreichen Forfchungen
und Verfuchen 1) gar nicht abfehen. .
Zu der Chemie hat fich aber auch noch die Seologie gefellt. Die
Bedeutung der Geologie für die Auffindung und die Gewinnung der Metalle
im Bergbau ift frübe erkannt worden; auf die Wichtigkeit der geologifchen
Srundlage für die Pflanzengewächfe ift erft in unferm Jahrhundert hinz
getwiefen worden; es {ft Fein 3weifel, daß fi neben der Agriculturchemie
eine Bodenculturgeologie herausbilden wird. Schon 1812 wies
Crome ?) auf die agronomifche Bedeutung des geologifchen Untergrundes
hin, in der neueffen Zeit ift von verfchiedenen Seiten her 3) die dort ange:
regte Sedankenreihe weiter verfolgt und zu bedeutfamen NMefultaten hinges
leitet worden. Segenwärtig Kann man e8 wohl fhon als eine Aufgabe der
insbefondere in England, Nordamerika, Belgien, Frankreich und Deutfchland
hervorgetretenen geologifchen Societäten bezeichnen, die Ubohängigkeit der
Pflanzenvegetation von der geologifken Unterlage mit. Erfahrungsbeweljen
darzulegen. Freilich haben fich die Nachiwveife zumeilt noch auf die wilde
Vegetation *) befhränkt, oder man hat diefe doch wenigfiens vorzugsweife
zum Segenftand der Unterfuchung gemacht; indeffen haben doch auch fo er:
hebliche Nefultate für die Gewächfe des Bodenandaues nicht ausbleibden Einnen,
 wie denn hierfür fhon Crome mit feinen Schluffolgerungen voran
gegangen if. E$ hat fich gezeigt, daß die Bodenformation, welche die oberfte

y

Val. 3. B. den Verfuch des preußifchen Landesökonomiecollegiums über die
SErfchöpfung des Bodens durch mehrjährige Bebauung mit derfelben Yflanzengaftung,
 von welchem in Erdmann’8 und Marchand’s Journal für
praftifdhe Chemie, Band 48 Heft 7, und 8., berichtet wird.
Der Boden und fein Verhältnif zu den Semächfen. Hannover 1812.
Zahlbrudner: Beiträge zu Landeskunde Deftreichs unter der Enns,
Wien 1832. von Teffin: Ueber den Einfluß der Gebirgs- und Boden:
arfen auf den Feld: und Waldbau (Allgemeine Forfi= und SIJagdzeitung.
Srankfurt 1835 S. 45 fl). Unger: Ueber den Einfluß des Bodens auf die
Bertheilung der Gewächfe, nachgewiefen in der Vegetation des norbäftlichen
Zirols. Wien 1836.
gl. indeffen Watfon: Remarks on the geographical Distribution of
British Plants. London 1835.