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Folgerungen der Anerkennung diefer Wahrheit hat man fid) weniger im
Sroßen und Allgemeinen für den Haushalt der Völker im Ganzen vers
gegenwärtigt, alg auf dem FHeinen Gebiete, auf welchem es fih um die bez
Himmenden Größen für den natürlichen oder nothtwendigen Sag des Arbeits
{ohnes handelt; da jedoch find fie auch von Ricardo!) mit voller Beftimmtheit
 zugeffanden morden; die Ausgaben für Wohnung, Kleidung und Feuerung
bilden einen bedeutfamen Beftandtheil in den zur Erhaltung und Fortdauer
der handarbeitenden Claffe nothmwendigen Bedlrfniffen, das Maß deffelben
aber wird durch das Klima (auch durch die durchfehnittliche Regenmenge)
verfchieden beftimmt. Weit minder anerkannt iff dagegen die Thatfache,
daß fih nach der durchfchnittlichen Sahresmärme und denr Feuchtigkeitsgehalt
der Atmofphäre eine verfchieden große nothwendige — von der Sitte ganz
unabhängige — Confumtion aud) der Nahrungsmittel hHerausftellt, weil die
von der Temperatur der Atmofphäre abhängende Ausathmung und Yu8:
dünftung des menfchlichen Körpers eine unterfehiedene Menge von Nahrungsftoff
 zur Erhaltung des Körpers nothtwendig macht ?). Auch hier zeigen
wohl die extremen SGegenfäge die Differenzen am auffälligften; die Wirkung
diefes Berhältniffes ft aber eine ganz allgemeine und gilt ebenforvohl für die
einander näher ftehenden mittleren NMegionen, Demnach ergiebt fich, daß der
Bewohner wärmerer Länder, um das Leben zu erhalten, nicht bloß weniger zu
arbeiten braucht, meil die freiwillige Productionskraft des Bodens an fich
mehr gewährt, fondern er braucht aud) weniger zu yroduciren, weil et we
niger Nahrungsmittel confumirt.
Boden und Klima treten bet der Erwägung der Bedeutfamkeit der
territorialeh Grundlage für die wirthfchaftlichen Berhältniffe eines Bolkes
allerdings zunächft in den Wordergrund, doch find fie Feinesmwegs die einzigen
durch die Natur unbedingt gegebenen Bebingungen, tvelche einen beftimmenden
 Einfluß auskben. Neben die Erde und die Luft. tritt das Waffer. Wir
feben an diefer Stelle ganz ab von dem veichlichen oder fyarlichen Vorhans
denfein der Gewäffer und von allen Erfheinungsformen derfelben, foweit das
durch die Kruchtbarkeit des Bobens bedinat if. Während der innere NMeich-)



Principles, chap. 5.
Ziebig: Die organifhe Chemie in Ihrer Unwendung auf Phyfiologie und
Pathologie. Braunfkhweig 1842. Die »Nahrungsmittellehre« von Mole:
[hott, Falk, Liebig, Chemifhe Briefe. Braunfhweig 1852; dazu jedoch
audy Molefchott: Der Kreislauf des Lebens. Phyfiologifhe Untworten
auf Liebig’s dhemifhe Briefe. Mainz 1852. Die Unterfchiede der Nah:
zungsquantitäten wegen verfchiedener Förperlidher Anftrengungen Fommen
hier natürlich nicht in Betracht; e® handelt fi nur um die zehrendere
Wirkung der Fälteren und der feuchteren (d. b. Leichter die menfchliche Körs
perwärme abfleitenben) Luft.