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Stärke bemerkbar machen, viel zu wenig auf nationale Eigenthümlichkeiten
und Stammesunterfchiede zurüg, So fchon die fo bedeutfamen Unterfchiede
der Förperlichen Kraft und Ausdauer in dem Menfehen der verfhiedenen
zuropätfchen Völker. Und doch bringen hin und wieder die Völkerzüge auf
ben Heerfiraßen des Krieges auch einmal einen Gefammteindruc über die
Leibesunterfchiede der einzelnen Nationen Hervor. AÜber fie müffen fich gewiß
hinter dem Pfluge, in der Werkftätte, auf dem Waffer mit größeren Wir-Eungen
 geltend machen, als in dem Waffenrocke. Bei gleichem Winde und
gleicher Sonne muß doch auch in dem »friedlichen Wettkampfe« der Erwerbswege
 der Eifenarbeiter dem Eifenarbeiter unterliegen, der Bauer hinter
dem Bauer zurückbleiben, und in einem Streite um den Weltmarkt muß
bier der Sieg ebenfo ficher fein als dort die Niederlage, fo lange in dem
fraglichen Ertwerbszweige der Handarbeiter nach den bedingenden Conjune:
turen des Weltverkehr8 hier wie dort täglich zwölf bis fechszehn Stunden
mit voller Anffrengung der KörperFräfte thätig fein müßte.
Während die Chemie und die Geognofie in der neueften Zeit in viel
fältiger Weife die Erkenntnif der concreten Eigenthümlichkeiten der terri
torialen Grundlage der Völker gefördert haben, {ft die Einficht in die Körpers
lichen Unterfchiede des Menfchen in den einzelnen Nationen einestheil®$ von
der Heilkunde, anderntheils von der eracten Statiftik wenigftens angebahnt
worden; denn auch noch jebt läßt fih nur von Anfängen reden, die, fo viels
verfrechend fie auch fein mögen, doch noch gar Feine abfhließende Ausficht
auf die Menge und Bedeutfamkeit der zu erringenben Refultate möglich
machen. Häufig ift auch in den noch fehr fragmentarifhen Unterfuchungen
der Einfluß der Dertlichkeit und des Klimas oder auch eines möglicherweife
zu verpflanzenden. Lebensbrauches und Herkommens auf bie Eörperliche Bes
jchaffenbeit des nationalen Menfhen von den Wirkungen feiner Stammes:
abftammung nicht gefchieden, vielfach wird felbft diefe Scheidung unmöglich
erfcheinen; für die Beherzigung der thatfächlihen Wirkungen eigenthümlicher
Urfachen ift das ohne Belang: im einen wie im anderen Falle erfcheint fie
nothwendig.
Nach manchen vereinzelten Vorarbeiten hat der Belgier U. Yuetelet
in einem {ehr bedeutfanen Werke 1) unter Anderem auch die Entwicklung
der Größe und der Muskelkräfte des menfehlihen Körpers an einer großen
Rabl von Individuen durch eracte Beobachtung und Berechnung feftzuftellen

iy Neber den Menfchen und die Entwicklung feiner Fähigkeiten‘ oder Verfuch
einer Pbhyfik der Sefellfchaft (Paris 1835). Deutfch mit Anmerkungen von
Riecke, nebit einem Anhange, enthaltend die (zum Iheil fehr bemerkens:
werthen) Zufäße Suetelet’s zu diefer Ausgabe. Stuttg, 1838. Veral.
bag Zweite Buch.