Berfchiedenheit in den wirthfchaftlichen Srundbedingungen der Völker aus
geglichen würde. Vielmehr wird durch fie nur die BVerbältnigftellung in den
Sontraften und Differenzen verändert, und während an der einen Stelle fich
Manches, wenn auch niemals zu einer vollen Gleichheit, doch zu einer all:
gemeineren Yehnlichkeit herausbildet, merden an der anderen Stelle Weite:
sungen der Segenfäße herbeigeführt. Indem aber überhaupt durch jegliche
Yenderung in den elementaren Bedingungen die Bolkswirthfchaft gleichfam
zuf ein anderes Fundament geftellt erfcheint, mird man fi eben jenen Einz
Muß der gefchichtlichen Zeit auch auf das Territorium und den Menfchen,
jotoie die Mannigfaltigkeit der Ergebniffe deffelben bei den verfchiedenen
Bölkern zu vbergegenwärtigen Haben, wodurch die Anerkennung der concreten
Seftaltung der Volkswirthfchaft in allen gefchichtlidhen Beitverioden am
Seffen vorbereitet wird.
Uuch die territoriale Grundlage der Wölker, wie fie in geographifcher
Befonderheit als eine Sundamentalbedingung der Volkswirthfchaft bingeftellt
worden ft, erfährt fo ftarke Yenderungen in der Zeit, daß wir uns oft ges
neigt fühlen, die gefchichtlichen Zeugniffe über eine frühere Befchaffenheit der-Telben
 angeficht® der {päteren in Zweifel zu ziehen. Man wird hier weniger
auf diejenigen Veränderungen zu merken haben, welche fich wie ein allgemeiz
nes Ergebniß der vorfchreitenden Cultur und Bevölkerungszunahme heraus:
ftellen, in Folge deren vielleicht der umfangreiche Wald mit feinem Wild
fand den Grastriften mit ihren Vichheerden und diefe den Ackerfeldern mit,
ihren Saatfekchten immer mehr Terrain abgeben müffen, Sümpfe außget
trocenet, mancherlei Verkehrswege eingerichtet werden und was man fonft
dahin rechnen mag. Mur wird man auch fchon hier nicht vergeffen dürfen,
wie fich gewiffermaßen die Berhältnifftellung der einzelnen Territorien auf
den verfchiedenen Entwicklungsftufen der wirthfchaftlidhen Benusung des
Bodens fortwährend Ändert, fo daß z. B. ein Land, welches, fo lange etwa
die Weidewirthfehaft in dem Vordergrunde der NMahrungswege fteht, eine
beneidete Stellung unter den Übrigen einnimmt, für das zum vorwiegenden
Ueferbau vorgefchrittene Volk im Berhältnif zu den Territorien anderer Böl:
Ser weit geringere Vortheile darbietet , und eben diefelbe Wahrheit verdient
zudh in weit fpectelleren Punkten Beherzigung, fobald man etwa an die
wohlberechtigte Verbreitung einer neuen Sruchtgattung, an die erhöhte Be:
deutung des Werkehrs u. f. w. denkt, Aber wie bedeutungsvoll auch diefe
gefchichtliche Thatfache für das wirthfchaftliche Leben der Völker ift, man
witd doch in ihr weniger eine in dem Territorium felbft eingetretene Werz
Änderung erblien dürfen, als eine Natürliche Folge der verfhiedenen Bez
nußung deffelben, während e&amp; an fich in dem einen wie in dem anderen
Salle ganz daffelbe geblieben, diefelbe wirthfehaftlich productive Kraft bewahrt
habe. Macht man jedoch auch diefelbe Benupunagsart des Bodens zur

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