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überhaupt als ein des Chriften unmürdiger Erwerbszweig hingeftellt 1). Noch
Ceo der Große unterfchied mit Rückficht auf diefe Anficht den ehrbaren und
den fehändlichen Handelsgewinn 2). Allgemeine und bleibendere Anerken:
nung fand jedoch die AUnficht, nad) welcher von dem Handelsverkehre nur
dann ber Makel des Betruges fern gehalten erfchien, wenn die Preife der
Büter nicht nach der Nückficht auf das, was man erhalten Eonnte und geben
mußte, wenn fie, um mich fo auszudrücfen, nicht nach dem Marktpreife
feftgeftellt erfchienen, fondern wenn fie nach ihrem eigentlichen inneren Werthe
(Justum pretium) ge= und verkauft wurden. Erhebt man nicht den An:
[pruch, daß die Kirchenväter ihre Worte in die präcifen Formen moderner
Difkinctionen der tehnifhen Worte und Begriffe einkleiden follen, fo Kann
man fagen, bie Kirche wollte eine Seftftellung der Güterpreife im Handel
nach ihrem Sebrauchswerthe und den Herftelungskoften, und nicht nach
ihrem Zaufchwerthe und mit NüEkficht auf den möglichft großen Gewinn,
Der Käufer wie der Verkäufer kann fich deffelden Vergehens eines Betruges
fhuldig machen, je nachdem der eine oder der andere von der Unwiffenheit
feines Partners Vortheil zieht. Auguftin tadelt das Princip der Welt, nach
welchem fie nur immer billig Eaufen und theuer verkaufen wolle (»vili emere
et caro vendere«), und feilt ihm in einem Beifpiel das riftliche Berfahven
 eines Mannes entgegen, der als Käufer das justum pretium gegeben,
bgleich e&amp; vom unwiffenden Verkäufer nicht verlangt war 3). Cbenfo wer:
ben die mannigfaltigen Arten, mit welchen ein Verkäufer von der Unkennt:
niß der Käufer Eigenvortheil ziehen Fann, verworfen; ja er foll diefe Un:
Fenntnif auch nicht fo weit benußen, daß er den Schaden, der ihm felbft
droht, von fich auf Andere abwälzt 4).
Es wird nicht nöchig fein, auf die Bedeutung diefer Gedanken, obwohl
fie nur als Forderungen auftreten und Ffeineswegs in ihrer mannigfaltigen
Wechfelwirkung mit allen Lebensverhältniffen erörtert werden, aufmerkam

)

Seloft Zertullian fagt noch: De idololatr. 11: Negotiatio servo Dei
apta est? Ceterum si cupiditas abscedat, quae est causa acquirendi:
CESSANiE CaUsa acquirendi, non erit necessitas negotiandi.
Epist. ad Rusticum ce. 9: Qualitas Iucri negotiantem aut excusat aut
arguit: quia est honestus quaestus aut turpis.
De trinit. XII, 3: Mimus ille — vili velle emere et caro vendere
 omnibus id credidit esse commune. — Scio ipse hominem, quum
venalis codex ei fuisset Oblatus pretiique ejus ignarum et ideo quidlam
 exiguum poscentem cerneret venditorem, justum pretium. quod
multo amplius erat nec opinanti dedisse etc.
Vergl. die Xusführung des Lactantius (V, 17 und 18 der Institutiones
Jivinae) gegen Carneades über die Verheimlihung der Sigenfhaften eines
Servus fugitivus und eines domus pestilens.

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