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welche Feinesmegs den‘ wirthfchaftlidhen Intereffen der Einzelnen wie der
Bölker zu dienen befähigt erfheinen, mit einer vorherrfhenden Stärke, oft
mit hinreigender Semalt fih Seltung verfehaffen fehen. Denn auch die ges
waltigen Einflüffe, die vorherefchende Sewalt der religtöfen Ideen rechnen
wir hierher, welche an fich Eeinesweg&amp; mit der beftimmenden Macht der
Kirche zufammenfallen. Sie Eönnen fich neben und.mit der Kirche, forie
auch gegen fie Geltung zu verfchaffen fuchen, wenn auch durch das Verhälts
niß, in weichem die Kirche zu ihnen fteht, das Maß des Einfluffes der lebs
teren auf das Leben  wefentlich bebingt erfheint. So müffen wir ebenfalls
bon einer Herrfchaft politifcher Ideen in gewiffen Zeiten und Völkern neben
dem. Einfluffe reden, welchen die Staatsgewalt überhaupt auf die volf$wirths
fehaftlichen Berhältniffe auszuüben vermag und wirklich aushbt. Denn es
handelt fich hier um die affectvollen Strebungen und inftinctiven Triebkräfte
des inneren Menfehen, die in einem unfichtbaren Boden ihre faftigften Wurjeln
 treiben. Offenbar beruht der eigenthümliche Charakter der einzelnen
gefhichtlichen Perioden hHauptfächlich eben darauf, daß fich beftimmte Kdeen
und geiftige Strömungen Bahn ‚brechen, die Herrfchaft Über die Gemüther
zu erringen und zu behaupten vermögen. Der eigenthümliche Charakter der
einzelnen Völker, die beftimmte Stufe ihrer Entwicklung fpricht fih dann
im Befonderen durch die Art und Stärke aus, mit welcher bei ihnen die all
gemeine NMichtung. eine fpecielle Geftalt annimmt. Ueber alle Seiten des
Lebens erftreckt fich dann die Wirkung jener Strömung der SGeifter, alle etz
halten von ihr merkliche Eindrücke, Freilich pflegen Ideen, welche neue
Wahrheiten mit ergreifender Stärke verkünden und ebendeshalb weit ver:
breitete Unerfennung finden, fich weit über ein fachgemäßes Ziel hinaus
BSeltung zu verfhaffen; die Leidenfhaftlihen Affecte erfaffen, was fie tief
bewegt, mit einfeitiger Energie, und felbft für die ruhigere Neflerion fcheint
e8 Pflicht der Confequenz zu fein, nad) den Forderungen einer netten als
allgemeingiltig angenommenen Wahrheit überall das Alte und Hergebrachte
umzugeffalten, Aber der almälig eintretende Nückfchlag, welcher die natur:
gemäßen Grenzen feßen hilft, Leitet eben eine andere Zeit ein und vermag
doch nicht die Machwirkungen des Uebermaßes aufzuheben. Doch twohrde
man die Wahrheit und die Tragmeite diefes Gedankens ganz ungebührlich
beeinträchtigen, wenn man feine Siltigkeit nur auf die Fälle befchränkte,
too wir die Herrfchaft gewilfer Ideen in den Tafeln der Sefchichte mit
Eoloffalen Schriftziügen aufgezeichnet finden. Yu in den »ftillen« Zeiten
ift e8 nicht anders, auch in ihnen herrfchen eigenthümliche Srundtöne vor,
die fich aus der Gefammtmaffe der Erfcheinungen heraushören laffen. Nur
mag e8 dann fchivieriger fein, die befondere Nichtung der geiftigen Strömung
feftzuftellen, da ihre Bewegung mit geringerer Kraft auftritt, ihre Spuren
leichter find, obmobl fie fich auch fo in dem Thun und Treiben, wie in dem