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Lebensfreife insgemein und if in continuirlichem Wachsthume entffanden.
In continkzirlihem Wachsthume — denn alle lebendige Entwicklung
ift continuirlich, die geläufigen Epochen der Sefhichte find auch Mittels und
Hochpunkte von Perioden, für welche fidh gleichfalls eine eigenthümliche
Charafkteriftit gewinnen (Äft; felbft diejenigen, welche man als die erfchütternd:
ten Krifen der menfchheitlihen Gefchichtsentwicktung hinftelt, führen nicht
das BVolksleben wie fprungweife Kber einen unterbrochenen Untergrund hin:
weg, fo wenig als das ftetige Wachsthum der Pflanze in dem Augenblicke
unterbrochen wird, wo die Knospe mit brennender. Farbe aus der grünen
Biätterkrone an das Licht hervorbricht.

Wir. finden in der allgemeinen SefchichtfHreibung Feine Epochen auf:
gezeichnet, deren hHervorragendfte Charaktermerkmale aus den Markfteinen
der mwirthfchaftlichen Entwicklung der Völker entlehnt wären; felbft in den
feltenen Fällen, wo der lebteren Erwähnung gefchieht, pflegt ihre Bedeutfamı:
feit nicht innerhalb der SEonomifhen Sphäre felbft feftgeftellt zu werden.
Es ift ein Beleg für den engen BZufammenhang, in weldem das voll:
wirthfchaftliche Eiement in dem Leben der Nationen mit der ganzen gefchicht:
lichen Eriftenz der Völker und der hiftorifchen Entwicklung der Menfchheit
fteht, daß fich die hervortretendften Umbildungen in den Formen des Güter:
lebens an die »erfechlitterndffen Krifen« der politifchen und Firchlichen Ge:
Fchichtsentmicdlung anfchließen.

Wenn e8 aber als feftftehend betrachtet werden fann, daß fich die
Öfonomifchen ThätigFeitsäußerungen der Völker immer im organifhen Zu:
Fammenfehluß mit der Sefammtentwicklung ihres allgemeingefchichtlichen
Lebens erhalten und nur mit ihm fich fort und fort bewegen; wenn man
zrfehen fann, daß die politifchen Zuftände mit den Firchlichen, die Firchlichen
mit den fittlichen, die fittlihen mit den wirthfchaftlichen, oder wie man nun
jonft Befonderes dem Befonderen gegenüber ftellen mag, auf einen alle Ein:
zeingliederungen des Wolkslebens in fich zufammenfaffenden Sefammtcharakter
hinweifen, fo ift damit auch fhon die Öfter bei Sfonomifchen Schriftftellern
herborgetretene Frage beantwortet, ob die Formen eines ifolirt in’s Auge ges
faßten Lebensfreifes, alfo z. B. ob die politifhen Formen und Zuftände des
Staatslebens für die wirthfchaftlichen Zuftände, Strebungen und Erfolge
gleichgiltig feien oder nicht. Zwar die Frage felbft,” wie fie gewöhnlich ges
ftelt und verffanden wird, zeugt ebenfo fehr von der Ungenauigkeit der Bes
griffe, die hier auftreten, als von einer mit dem wirklichen gefchichtlichen
Leben unvereinbaren Borausfegung. . Lektere [Auft darauf hinaus, daß man
fich auch hier die politifhen Zuftände oder die fie beftimmende politifche Ge:
walt wie ein freies und für fich beftehendes Etwas denkt, von dem aus; wie
von einem ifolirten Subftrat her, auf die wirthfchaftlichen Thätiakeiten fo