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Der römifhe Staat war durch Eroberung gegründet; der Privatgrunds
befiß war nicht, wie bei den Hellenen, urfprünglich gegeben, fondern entftand
yurch eine Vertheilung von erobertem Srund und Boden an Einzelne durch
yie Staatsgewalt. Auf diefen Urfprung führen die Yuellen der Sefchichte
und der Tradition des römifchen Volkes das Privateigenthum zurück, wie fehr
8 auch zweifelhaft bleiben mag, ob von NMomulus oder von Numa das
zrfte divisit agros viritim civibus ausgegangen ift 2), ob nur ein Theil oder
alle Staatsgenoffen fogleich eine Fläche als Privateigenthum erhielten ?).
Was nicht zur Bertheilung Fam, blieb im Eigenthum des Staates, blieb
Semeinland, ager publieus, im Gegenfaß zum ager privatus; auch der den
Söttern geweihte Boden (ager sacer) blieb im Eigenthum des Volkes. Wie
hier das erffe, fo entftand auch in der Folge alles weitere Privateigenthum
an Grund und Boden durch eine Handlung des Staates, fei es, daß der
Staat Grundftücke aus dem ager publicus an Einzelne als Eigenthum über:
wies (ager assignatus) oder fie verkaufte (a. quaestorius) oder den Privat

hen Sefchichte (2. Auflage IL S. 694 Note 1). Dazu find dann auch in
neuerer Zeit Monographieen, wie Gerfterding’s Lehre vom Eigenthum,
Savigny's Necht des Befikes, die fhäßbare AWbhandlung Hufchke’s
über die Stelle des Varro von den Liciniern u. f% w., gekommen. Zu
ehr ergiebigen Srörterungen hat namentlidh auch das AUeFergefeB vom Jahre
343, die fogenannte lex Thoria, geführt. BVergl. U. A, F. Rubdorff:
Das Adergefeß des Spurius Thorius in dem erften Hefte des zehnten Ban:
bes der Zeitfchrift für- gefhichtliche Rechtswiffenfchaft, herausgegeben von
Savigny, Eihhorn und Nudorff, Berlin 1842; dazu die Necenfion
diefer Abhandlung von Hufcdhke in NidHter’s und Schneider’s Fritifhen
Sahrbüchern für deutfche Wiffenihaft, V. Iahrg., 10. Bd., Leipzig 1841,
5. 579—620 und über beide Mommfen »GHber das thorifhe Udergefeß«
in den Berichten über die Verhandlungen der KönigliH Säcfijhen Sefell:
"haft der Wiffenfhaften zu Leipzig, Bd. IL, Leipzig 1850, S. 89— 101.
taboulaye’s Histoire de la propriete chez les Romains habe ih nicht
zinfehben Fönnen; nach dem zu urtheilen, was Troplong in der angeführe
ten Xbhandlung: De la propriete d’apres le code civil p. 86 n. 1), aus
Ihr mittheilt, früßt fie fih auf die Ergebniffe der Niebuhr’ [hen Un:
terfuchung, Wwenigftens rückfichtlich eines bei NMiebuhr Hervorgetretenen
Irrthums, den (don SHufdke in ber oben angeführten AWbhandlung über
die lex Licinia widerlegt Hat. Auf ältere Schriften verweift Hufchke
lex Lic, u. f. w. S. 179 N. 60, vergl. au S. 18 N, 35.
Val. 3. B. die Ausführung bei Niebuhr a. a. OD. 1. S. 176 ff. oder
SufhEe: Meber die Stelle des Varro von den Liciniern und über Festus
 v. Possessiones und Possessio, Heidelberg 1835. S. 52,
Xuch Hufchke a. a. DO. entfheidet fid insbefondere im Hinblick auf Livius
IV, 48. für die ältere und von Miebuhr wieder aufgenommene Anficht, da:
‘in ber älteften Zeit) die patres vorzugsweife den ager puhlicus in Benuß
gung Hatten, die plebs dagegen im Beft@ von (wenig ausgedehntem) ager
Driyatus par.