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und unbeweglihem Eigenthume heroorhebt, fo liegt doch in der Älteren Beit
der ganze Machdruck auf dem lebteren; wir finden die Germanen fogleich
als ein acferbaufreibendes Volk, und auch die Bemerkungen Cäfar’8 über
den fuevifchen Bolksftamm widerfagen nicht dem Uekerbau, fondern nur einer
ärkeren Pflege deffelben bei einem Theile der Germanen 1). Gerade in
Betreff der Eigenthumsverhältniffe an Grund und Boden find jedoch die
Nachrichten GC äfar’8 von denen des Tacitus [ehr abweichend. Nach Cäfar
hat der Einzelne Fein feftffehendes Grundeigenthum, fondern er bebaut nur
ben ihm von der Obrigkeit in jährlidhem Wechfel zugewiefenen Theil des
Bodens; bei Tacitus erfolgt zwar die. Yccupation des Bodens gemeinfam
yurd) die Gemeinde, dann aber tritt alsbald eine BVertheilung ein, jedem Einseinen
 bleibt das Zugetheilte als Cigenthum; die Einzelnen wechfeln nur
‚ährlich die Saatfelder, da fie zu einem folchen MWechfel Land genug haben
und nur auf den Anbau der Saatfelder Arbeit verwenden ?). Man würde
ine fo bedeutfame Verfchiedenheit zwifchen den Mittheilungen des Cäfar

Schriften verdient SG. Waiß: Deutfche Verfaffungsgefchichte (I. Bd. Kiel
1844 mit der Beilage: das alte Necht der Salifdhen Franken. Kiel 1846,
I. Bd. Kiel 1847) und namentlich der I. Bd. eine befondere Erwähnung.
Wie das Agriculturae Germani (Suevi) non student (de bello Gallico
VI, 22) zu verftehen fei, geigt nicht nur VI, 29: Ut supra demonstrayimus,
 minime omnes Germani agriculturae student, fondern auch
VI, 1: Sic (apud Suevos) neque agricultura nec ratio atque usus
velli intermittitur.
Da bdiefe Uuffaffung der in mandjer Beziehung wichtigen Stelle in Waci:
tus’ Germ. 26 in einem erheblidjen Punkte von der Waiß’hen Anficht
abweicht, will id) fie Kurz begründen, Waiß Hätte feine richtige Anficht,
daß Tacitus zuerft von der einmaligen erften Occupation des Gefammt:
bobens fpriht, dagegen von arva an von den einzelnen Feldeigenthümern
noch ficherer bearünden Können, wenn er auf die Gegenüberftellung von agri
und arva (mit folgendem ager) gemerkt Hätte; aber fowohl die von ibm
hit ganz mißbilligte Ueberfeßung Hanffen’s8 (der Worte Arva per annos
 mutant et superest ager): »Sährlid) wechfeln fie die Felder und es
bleibt Acker übrig«, ale die feinige »und ein Zheil des Uekers VKiegt braca
H{t unrichtig, wenn bie lebßtere auch) den Sinn trifft. Gegen diefe Mrechen
grammatifche, gegen jene äfthetifhe, d, hH. bei Tacitus eben fo entfhei
Sende Gründe, Die Stelle ift fo zu Überfeßen und zu erläutern: Von den
Semeinden im Ganzen wird der SGefammtboden (agri) occupirt — — den
fie alsbald unter fich vertheilen — (fhon bier ift die Sefammtmaffe der
Einzelnen Subject des Saßes). — — Die zum Uekerbau beftimmten Felder
(Arva, agri ad arandum destinati) mechfeln (die Einzelnen) jährlich, und
dazu {ft der (dem Einzelnen zugefallene) Boden (ager) mehr als genügend
aroß (superest); denn — — {fe verwenden Feine Arbeit darauf, Obftpflan:
jungen anzulegen, Wiefen abzufondern, Gärten zu bewäflern, nur Saat:
Früchte heifhen fie (durch Bodenbearbeitung) von der Erbe; deshalb (denn
efe Saatfrüchte reifen im Sommer) kennen fie weder den Namen noch die