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Sollen wie noch einmal den genügfamen, die Ruhe dem aus fleifigem Er.
mwerbseifer hervorgehenbden NMeichthum vorziehenden Südlander dem raftlos
:frig arbeitenden Bewohner Fälterer Gegenden gegenüberftellen, ober die
nationalen Marimen des alten Nömerthums den Franzofen des achtzehnten
Sahrhunderts, die Zeiten der Verbreitung des Chriftenthums oder der Kreuzz
‚üge den Zeiten der Eifenbahnen und Indufkrieausftelungen? Wohl, die
Jachlichen Güter find »Mittel zur Befriedigung der Bedürfniffe«, aber wo
und wie Fann von einer Gleichheit der Bedürfniffe geredet werden, welche
nen gleichmäßigen Begehr hervorruft und die Vorausfegung des unmandelbaren‘
 Verhältniffes des Menfchen zu den Sachgütern ift? Wohl giebt e$
immer genug eigennüßige Menfhen und der Privategoismus kann immer:
hin auch als heroorftechender Charakterzug einer befonderen Zeit wahrgenom:
men werden, aber er rangiert fo nur neben anderen Charaktermerkmalen ein:
jener Menfehen oder Zeiten und hat für die Beobachtung nicht das Necht
ausfchließlidh — er hat nur ein Recht, neben den anderen in AUnfchlag ge
racht zu werden. Unleugbar aber führt fogar die Annahme, daß der Eigen:
auß das Motiv der mirthfchaftlichen Thätigkeit aller Menfchen fet,
unmittelbar zu der Schlußfolgerung, daß die Menfchen in all’ ihrem Treiben
und Thun nur von eigennübigen Motiven geleitet werden, wie das die
Schriftfteller des vorigen Jahrhunderts ganz folgerichtig behaupteten. Man
muß entweder dem Menfhen insgemein alle und jede Selbfterkenntniß ab:
prechen oder fich den abfoluten Widerfpruch als wirkliche Einheit zu denken
vermögen, wenn man der Annahme fich hingeben mag, daß der Menfch als
Shrift voller Nächftenliebe, als Bürger erfüllt von SGemeinfinn und Patrioi8mu8,
 als Menfch im gewöhnlichen Berkehr human und billig gefinnt fein
Anne, und nur in feinem Handelscomptoir , auf dem Markte, bei der Ub-Ihließung
 eines AUecords mit Arbeitern ut. f. w. voll Eigennuß und auf die
höchftmöglihe Steigerung feines Eigenvortheits bedacht fei.. Den Menfchen
uanmwandelbar und allgemein in feiner wirtffchaftlihen Thätigkeit nur von
igennüßigen Motiven geleitet hinftellen, ift thatfächlich entmweder-gleichbedeus
end mit der Ableugnung aller edleren und befferen Motive in jeglichem
Beginnen des Menfchen, oder mit der Lehre, daß jeder Menfch fo und fo
viele felbftftändig neben einander wirkende Mittelpunkte feines geiftigen Lebens
habe. Cbhendeshalb ann ich das nur als eine pfychologifhe Täufchung ans
jehben, daß man fih in der Anerkennung befferer Triebe in dem Menfihen
biefe nur gegen Ausartungen des Sigennußes wirkfam denkt oder in Wir:
fung zu feßen räthlich findet. Ale fittlihen und geiftigen Bildungselemente
zines Menfchen wirken jederzeit und ermwirken jederzeit ein einheitliches Ergebnif.
 Megt fih in dem Einzelnen das Berwußtfein, daß der Cigennus als
folcher etwas Uebeles in fich habe, fo wird jeder neue Zudrang befferer Bildungsftoffe
 gegen denfelben wirken, in welcher Potenz er auch fich geltend