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Menfchen_ enthält in. ihrem. Begriff Feinen Widerfpruch gegen die Liebe zur
Samilie, zum Nüchften, zum Baterlande, Die Se b.Euct-enthält dies
fen Widerfpruch, (ie hat ein privatives und negatives Clement, das
unvereinbar if mit der Liede zu Ullem, was nicht mit dem Ich des Einzel:
nen zufammenfällt. Die Selbftfucht ift Selbftliebe, verbunden mit Gleich:
giltigfeit, Nückfichtslofigkeit, Feindfchaft, Bereitwiligkeit zum Naube gegen
jeden anderen Einzelnen und gegen das SGemeinwefen. Es ift deshalb die
Sufammenftellung der Selbfiliebe und der Selbfifucht, fofern damit derfelbe
Begriff bezeichnet, diefelbe Wurzel für den Eigennuß hingefkellt werden fol,
durchaus unberechtigt. Die Selbffliebe des Menfchen if Iuftinet, ik das.
Normale, ift fittlich, enthält nichts Privatives, bildet Feinen Widerfpruch zur.
Yächfienliebe und zum Gemeinfinn; die Selbfifucht It. nur. Charattereigenehümlichteit,
 it das Abnorme in der menschlichen. Natur ift-in-alten Bölz-Fern
 und Zeiten als unfittlich erfdhienen, enthält ftets das privative. Clement,
fteht im Widerfpruch zur Nächftenliebe, zum Gemeinfinn,....E$ gereicht dem
Staäte wie allen feinen Sliedern zum Wohl, daß jeder Einzelne der Selbft
(iebe nicht entfremdet fei, die Selbftfucht ft dem Gemeinwohl entgegen, fie
enthält die Verneinung und den Krieg gegen jeden anderen Einzelnen.
Denn gerade auch in den Ihitigkeitsiußerungen der Selbftliebe und der
Selbftfucht Eommen die ganz verfchiedenen Wirkungen beider zum Vorfchein.
Wie man gewöhnlich die Selbftliebe und die Selbftfucht nicht aus einander
hält, fo gebraucht man auch alg Ausdruck für die auf dem wirthfchaftlichen
Sebiete fich darftellende Sinnesrihtung und Handlungsweife, bei welcher der
Einzelne fich felbft im Auge hat, das Wort Eigennug und eigennüßig für
die wefentlich verfhiedenen Thaätigkeitsäußerungen der Selbftliebe und der
Selbftfucht. Ich will die mirthfehaftliche Thätigkeit, welche auf dem Srunde
und mit den Trieben der Selbfiliebe fich Seltung verfhafft — da uns ein
hergebrachtes Wort dafür mangelt — als das Streben nad dem Eigen:
091 bezeichnen und ihm die Eigen fuht (denn »„Dabfucht: Hat im Leben,
eine etwas andere Bedeutung) als das in der Wirthfchaft. fich darftellende
Streben der Selbftfucht gegenüberftellen; der Eigennuß würde dann beide
Begriffe zufammen enthalten, denn diefe Bedeutung hat er in der wiffens
fehaftlichen Beweisführung der Theoretiker, obfehon im gewöhnlichen Brauche
bes Lebens mit dem Worte »eigennübig« immer ein fittliher Vorwurf und der
Gedanke an eine für verwerflich gehaltene Beeinträchtigung der Nebenmenfchen
verbunden wird. So wenig wie die Selbftliebe im Widerfpruche fteht mit der
Nächfkenliebe oder dem Semeinfinne, ebenfowenig enthält das wirthfchaftliche
Streben nach dem Eigenwohle etwas Privatives im Berhältniß zum Wohle
des NMüchften oder eine BVerneinung des Semeintwohles; eine bewußte Nückz
fichtnahrme auf das Wohl des Nüchften und eine pofitive Förderung deffelben
wie des Gemeinwohles Fönnen Hand in Hand mit dem Streben nach dem
Knieg, volit. Dekonomie. 1x