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der Production nur von Selbftfucht und Eigennußs erfüllt denken follte;
unbeFümmert um das Wohl des Nächften und um das Gemeinwohl, fo
lange fie Güter zu gewinnen ffreben? Die Wiffenfchaft der Nationals
Sfonomie, welche heutzutage den Eigennuß als den allgemein herrichenden
alleinigen Srundtrieb der wirthfchaftlichen Privatthätigkeiten anfieht, hat den
Rückhalt an dem Leben verloren, den gerade A. Smith an feinen Zeitge:
noffen hatte. ‘
Es if bemerkt worden, daß bereits von mehreren Volkswirthfhafts:
gefehrten neben dem Eigennuße der Semeinfinn als ein die wirthfhaftliche
Thätigkeit des Einzelnen Tejtimmender Srundtrieb nachgetwiefen worden if.
Sobald man nicht den Eigennuß als die den Einzelnen allein beherrfehende
Kraft annimmt, wird eine Vervollftändigung nöthig. Das Streben nach dem
Sigenwohle, beziehungsweife der Cigennuk, zeigt den Einzelnen im Berhältnif
zu fich felbft, der Gemeinfinn ftellt ihn in Beziehung zu dem Ganzen; er
bezeichnet zugleich die ThätigEeit des Einzelnen für das Sanze und die Bes
jchränkung feiner Eigenbeffrebungen zu Sunften des Sanzen. Mit diefer
Beziehung des Einzelnen zu dem Sanzen füllt nicht zufammen die Stellung
des Einzelnen dem Einzelnen gegenüber, Und wenn wir auch feine thätige
Hilfleiftung für den Nächften als Semeinfiann auffallen Eönnen, fo bleibt
doch noch jener Trieb hervorzuheben, der die Befchränkung des Sitrebens
nach dem Eigenwoble zu Gunften des Näichffen in dem täglichen und
IufenöfältigenSinzelnusrfchrberbeifühet und zur füttlihen That macht.
an Ffann bdiefen dritten wirthfehaftlihen Grundtrieb als den Billigkeitsz
und Nechtsfinn bezeichnen, Cr Hat feine Nuelle in dem Wehlwollen
und in dem lebendigen Sefühle für fittliche Gerechtigkeit. Bon ihm erfüllt,
verzichtet der Einzelne Freimillig_auf die Erzielung größerer wirthfchaftlicher
Bortheite, jaer hält die Eriangung derfelben für unrecht und tadelhaft, ob: |
wohl das SGefeß: fie fchübt und die thatfächliche Möglichkeit dargeboten ift,
SIene Handlungsweife, welche die Concurrenz eigennüßiger Mitwerber um
die Höchftmöglichen wirthfchaftlichen Bortheile zum Nußen des Confumenten
oder auch des Producenten erzwingen foll, der abgenöthigte Verzicht auf den
größeren Bortheil wird zu einer freien und fittlichen Handlung erhoben.
Auch hier handelt es fi um Feine Abftraction, fondern um eine Wahrheit
des wirklichen Lebens, welche aus der fittlichen Natur und Entwicklung des
Menfchen hervorgeht und den Verband aller Glieder der Gemeinwefen unter
zinander Fräftigt. ZTagtäglich EFönnen wir wahrnehmen, daß EFeineswegs jeder
Kaufmann »fo_theuer als möglich „bverfauft« und den übermäßigen, aber
Möglihen Gewinn ergreift, weil er e$ billig und als redlicher Mann recht
findet, fich mit einem minderen Betrag zu begnügen; daß bei dem Verding
der Lohnarbeiter Feinesiweg8 überall, wo und wann e$ geht, der Minimalfag
bon dem Fabrikanten aufgenöthigt wird — man aiebt das ja eigentlich fchon