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Hier nun ift e8 Zeit, die unmittelbaren Folgerungen zU ziehen aus
dem früher befprochenen Sabe, daß jegliche Thätigkeit des Menfchen wie
alle Lebensäußerungen eines Volkes aus dem einheitlichen Punkte de
menfchlich perfönlichen Dafeins und Wirkens ausgehen. Die wirthfehaft“”
Lie Thatigleit, ihre Motive und fomit auch der Seift in ihrer Geftaltung
Fönnen nicht auf einen befonderten , für fich beftehbenden Punkt in dem
Beben der Menfchen und Völker zurückdbezogen werden. Perfonales Leben
und Mangel eines einheitlihen Mittelpunktes ft ein contradietorifeher
MWiderfpruch; wo er bemerkt wird, ft er nur feheinbar. Ulles, was auf
diefen geiftigen Mittelpunkt des perfönlichen Lebens einwirkt, brinat mitz
telbar Wirkungen in allen Yeußerungen menfehlicher Thätigkeit hervor.
Daher ift die Lebengentwicklung der Einzelnen wie ganzer Bölfer und
Beiten im Denken und Thun von einem allgemeinen Standpunkte aus
betrachtet doch immer in einer einheitlichen Bewegung begriffen; diefelben
Grundftrömungen fuchen fich allmätig in allen Kreifen der Erfcheinung zur
Darftelung zu bringen und die Manifeftationen des Bolksledbens in diefen
perfchiedenen Kreifen, wie fie von einem Kerne aus hervorgetrieben werden,
ftehen auch unter einander in einem inneren wie äußeren Verbandes; der
BSeift, der in Allen waltet, fucht fich auch überall in analogen Formen
auszuprägen. Und wir dkürfen ung im Hinblik auf SEonomifche Beftres
bungen und Inftitutionen verfchiedener Wolter und Zeiten nicht darauf
Gefchränken, zu fagen, die volfswirthfchaftlihen Dinge und die National:
Sfonomie haben »auch eine politifhe Seite«, Ebenfo hat umgekehrt jede
Politik und jede politifhe Action ihre wirthfchaftlihe Seite. Zugleich
bleibe e8 fern, diefes Berhältnif nur zwifhen Politit und Dekonomie
Elarzuftellen; e8_ift ein Zufammenhang zwifhen allen Culturelementen,
der in Frage Eommt, Oder hat nicht 3. B, jede EthiE eine nationale
SEOHoTGE Seite? nicht die Volkswirthfchaft und die BVolkswirthfhaftss
‚Jebre umgeFebhrt eine ethifhe Seite? Uber wohl ift Die But Bag
noch weit weniger beachtet als jener, mit deffen Beachtung erft in der
neueren Zeit der Anfang gemacht worden ift. Es dürfte freilich nicht un#
nöthig fein, hier zu erinnern, daß durchaus nicht das Gebiet der National
Skonomie in’s Ungemeffene oder wenigftens über ihre eigentlichen Grenzen
hinaus erweitert wird, wenn der Zufammenhang, in welchem das wirth»
fchaftliche Leben eines Volkes mit den übrigen Erfcheinungstreifen thatz
fächtich unlengbar fteht, diejenige Beachtung findet, ohne welche ein ol
Les Berftändnif der fpecififch SFonomifchen Thatfachen unmöglich wird;
die Öfonomifche Unterfuhung kann immer dabei nächftes und hauptfäch:
fiches Object bleiben. Die Nothwendigkeit, fich das gefammte Volks:
leben vor Augen zu führen, um fein wirthfehaftlihes Leben ganz zu bes
areifen, frellt fih dem Nationaldfonomen insbefondere Mar vor Augen,