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‚mmer und überall das Leben und Weben der Völker nur oder vorzugsweife
in erfter Linie von SEonomifchen Sefichtspunkten beftimmt worden fei, Nur
jene Triebe lagen auch im Bewußtfein der Menfchen. Während die Kirche
fortwährend mit fteigendem Erfolg gegen die Fortdauer der Sclaveret eiferte,
beruft fih in den merkwürdigen Proceffen, die ung der Sammelfleiß na
mentlich italienifcher und franzöfifcher Hiftorifer über Streitigkeiten zwifchen
Herren und Sclaven erhalten hat, der Herr auf die Grundfäge des römifchen
Rechtes, der Sclav auf die Sabungen. der germanifhen Sewohnheiten,
Und wie ift nur der Widerfpruch zu erklären, daß an der einen Stelle No:
Fer jene Berechnung im Sinne des. wohlverftandenen Cigennußes anftellt,
nach welcher e$ bei einer gewiffen Dichtigkeit der Bevölkerung unvortheil:
haft wird, Sclavenarbeit anzuwenden, und bald nachher an einer anderen
28 al8 eine bekannte Erfahrung anfieht, daß wegen der größeren Billigkeit
der Sclavenarbeit ein Stand freier Handarbeiter neben Sclaven nicht auf:
Fommen, fi) nicht hakten Fönne! Wenn dabei auf die Billigkeit der Scla:
venarbeit vermwiefen wird, weil diefelben in der Megel auf das größte Mini:
mum des Verzehres angewiefen find, fo ift zu erinnern, daß.der Ankaufs:
preis oder die AufziehungsEoften des Sclaven hinzuzurechnen find. Cben
daher Fommt auch die Differenz zwifchen dem Preife eines Pferdes und eines
Sclaven, die Rofcher erwähnt und auf welche er Gewicht legt. Für die
Alten war ein Pferd wie ein Sclav eine Sache, ein »Lebendes Ding«, der
Sclav fo gut wie das Pferd »Capitalkraft«; nicht in dem Capitalmangel,
fondern in der Differenz der Herffelungsloften lag die Differenz des Preifes;
ein Sclav wurde mit größerem Koftenaufwand zu einer Arbeitstraft gemacht,
al8 ein Pferd, darum Loftete ee — — fogar nur die Hälfte von dem, was
ein Pferd Eoftete; anderenfalls würde er etwa nur ein Fünftel geFoftet haben,
da, wie ung Liebig bewiefen hat, ein Pferd einen fünfmal fo großen Bo:
yenraum zu feiner Ernährung beanfprucht, mie ein Menfch. - ; ;

Gewiß ift die perfönliche Sclaverei bei den Alten eine Infkitution von
Aundamentaler Bedeutung, um die UnterfAjiede der alten von der fpäteren
Bolkswirthfchaft zu begreifen. Aber wir haben in ihr nicht ein Merkmal
jer dinglichen Entwicklung. vor uns, nicht eine bei allen Völkern auf ähn:
ficher Culturftufe analog wiederkehrende Pbhafe der DYekonomie, fondern fie
war eine Inftitution, die mit dem nationalen Charakter zufammenhing.
Auch bei den Germanen gewahren wir dann eine eigenthümliche Manifefta:
tion unfreier menfchlicher Arbeit; die dingliche Entwicklung tritt hier und
dort in einem Verbande mit befonderen Formen des nationalen Lebens auf;
%ier mie dort zeigt fich dabei die Wirkfamkeit der zeitlichen ‚Cinflüffe; auf
combinirter_Srundlage, in gefchichtlicher Bewegung treten die Erfheinungen
hervor, bie wir Keicht als unerfchütterlich und conffant zur Bedingung emwiger