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ficherlich dahin corrigiren, daß immer AUNes neu fei, weil immer die allge:
meinen Berhältniffe, die Menfchen u. f. mw. fich ändern.
Nofcher rügt mit Necht jene leichten Conftructionen, denen wir häufig
in der »Philofophie der SGefchichte« begegnen, und die fich nur »auf die vage
Analogie mit den vier Lebensaltern .der Einzelnen ftüßen.« Doch wird man
dem Pofitiven, was er gegenüberftellt, nicht ohne ftarke Borbehalte zuftim:
men fönnen, auch wenn man in einem etwas unbeftimmten Sak- nicht den
Sedanken finden zu müffen glaubt, daß man etwa Die »allgemeinen Ent
mwidlungsgefeße« auf einem anderen Wege Fennen zu lernen vermöge, als
durch das Studium der einzelnen nationalcharafteriftifihen Manifeftationen
des Wölkerlebens. Denn man fieht doch gleich, daß der Sa, die Sefebe
der Bolksentwiecklungen im Großen feien wohl eben fo gleichartig, wie die
Entwickiungsgefeke der Individuen, nicht bloß zu einem Vergleiche, fondern
al8 Hinweis auf eine Analogie, und zwar auf. eine fchwerlich zu billigende
dienen fol. Wohl »find auch Völker in ihrer nationalen Identität aufgelöft
worden und leben nur alg Beftandtheile neuer Bolksbildungen fort«, aber
wenn wir das ihr Sterben nennen wollen, fo müffen wir uns ficherlich gegen
bie Parallele verwahren, welche Nofcdher zieht und als Grundlage einer un:
richtigen Analogie verwendet. In dem Sterben der Völker haben wir nur
zine Parallele zu dem gewaltfamen Tode der Iudividuen, vielleicht ‚zur
Schwäche des Alters, nicht aber zu jenem naturgefeßlichen Tode durch das
Yufhören der Eörperlichen und geiftigen Functionen. Wo if ein einziges
Volk in der Sefchichte, deffen Lebenslicht in fich felbft ganz erlofchen, nicht
son außen her vernichtet worden it? Sind fie aber alle gewaltfam geftor:
ben, tuns-berechtigt uns, die leßte Zeitperiode vor ihrem Ende als den natur:
gefebßlichen Ausgang eines in feinem ganzen Laufe verronnenen Lebens an:
yufeben ? aus gefchichtlichen Gründen eine neue Entfaltung für unmöglich
and naturmwidrig zu erklären, während wir doch fo manches Volk, gerade auch
unter den germanifchen und romanifchen Nationen aus einem Zuftande ermatteter
 Berfunkenheit einen neuen Auffhmwung, eine neue Erhebung gleich:
fam durch Nacht zum Licht vollbringen fehen? Und gerade auch die altz
slaffifchen Völker find eines durhaks gewaltfamen Todes geftorben; vielleicht
hätte im Hinblitk auf diefe Thatfache Nofcher beffer die von ihm felbft
hervorgehobenen Unterfchiede zwifchen ihnen und uns begründen Eönnen, daß
die Entwicklung. der Sclaverei zu einer Emancipation der Unfreien nicht
vollffändig durchgedrungen, daß die Alten nie viel Über die zweite, an das
Borwiegen der menfhlichen Arbeit in der VWolkswirthfchaft anzufnüpfende
Entwicklungsperiode hinausgekommen feien u.’ f. w. Statt deffen ftügt er
fich in thesi gerade auf die Annahme, daß »ihre Entwicklungen jedenfalls
ganz beendigt vor uns liegen« — nun dann follte.er wenigftens den. Um:
and, daß fie die‘ Sclaven. nicht vollftändig emancipirt, nie über die zweite