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Sut der antiken Semeintwvefen; das Freihandelsfoftem, dem in erfter Linie
doch immer das Ziel der modernen NMationaldkonomie in ihren früheren
Stadien, die höchfimögliche Stufe des Nationakreichthums vorfhrwebt, hält
den Zeitgenoffen das große NMefultat der vielhundertjährigen Entwicklung der
modernen Völker vor, die Liebe zur perfönlichen Freiheit, das Streben nach
feften Garantieen der individuellen Selbfiftändigkeit, der freien Selbftbeftim:
mung. Daß hierbei große Güter des individuellen und Kaatlichen Lebens
gegenübergeftellt find, wird Niemand bezweifeln, vielleicht aber die Mehrzahl
der Zeitgenoffen auch das nicht, daß der Kberzeugendfte Beweis für das eine
gar Fein Gegenbeweis gegen das andere ift; vielleicht daß fhon jeßt die
Ueberzeugung von dem Ierthum der Form einer Alternative um fo mehr
Boden gewonnen hat, al$ die Anficht, wie durch eine Ineinanderbildung- der
Bielpunfte des antiken und des modernen Lebens in der nächftverfloffenen
Periode der Neuzeit die Bahnen der Zukunft unferes politifhen Lebens bes
ftimmt werden, wohl bei Bielen bereits dauernden Anklang gefunden hat.
Hat man längft eingefehen, dafeine durchgeführte SEonomifche Selbftfiändig:
Eeit einzelner Länder ebenforwenig möglidh als münfhenswerth ift, fo find wir
doch auch — wie tief immerhin der Glaube an die Beftimmung des Men:
fchen zur fittlihen, des Bürgers zur politiflhen Freiheit fi überall gegrünz
det hat, wo eine Lebendige Volks = und Staatsentwicklung fich regt — von
dem AWberglauben an die Wirkungen der möglichft großen perfönlichen Freiz
heit geheilt worden; mährend fo viele erträumte oder verheifene Segnungen
ausblieben, mo die individuelle Bewegung ungezügelt fich entfalten Eonnte,
ift dag Corporations= und Affociationsberwußtfein erffarkt, und e8 wird zu:
geftanden, daß die Stärke und fittlide Macht vereinter Kräfte nicht ohne
Opfer an individueller Freiheit möglich werden Fann.
Und fo werden wir hier — auch um nur das Fundament zur Beurs
theilung über jene beiden Syfteme der Handelspolitik zu vervollfiändigen —
zur Bertheidigung eines Sabes hingetrieben, von deffen Wahrheit, wie es
fcheint, erfolglos die Nationalökonomie fich abgemwendet hat, des Sages: daß
die Theorie der politifchen DYekonomie für ihre theoretifchen Entfheidungen
auch über »rein SEonomifche« Fragen fich der Berhekfichtigung anderer —
nicht Öfonomifcher — Factoren des BVolk= und Staatslebens nicht entfchlas
gen Fann, und daß es ein Fehler der nationalöfonomifhen Theorie ift, diefe
Berhckfichtigung der Praris der VWolkswirthfhaftspolitik oder einer anderen
Disciplin zu übermeifen.