310

gelingen Eönnte, eine größere SEonomifche Production in einer communiffifchen
Wirthfchaft in fichere Ausficht zu fielen. Wir Fonnten deshalb bereits herz
vorheben, forwohl daß die Nationalökonomie Kherhaupt ihr dEonomifches Nais
fonnement in Mapport feßt mit der Nückfihtnahme auf andere Güter des
individuellen und bürßerlichen Lebens, als auch daß jene beiden Parteien
über die Handelspolitik in der Gegenwart auf der einen Seite an die Bes
ffimmung der Individuen zur Freiheit des Handelns, auf der anderen an die
für die ftaatlichen Semeinwefen nothtwendigen Bedingungen einer auf fich
fetbft geftellten Sriftenz appellicen. Man wird um fo weniger geneigt fein,
fofern beide Güter fich in einem Gegenfaß befinden follten, das eine wegen
des anderen unbedingt und in jeder Größe aufzugeben, wenn man durch die
gefammte Erfahrung den Beweis beigebracht findet, daß Feines diefer beiden
BSüter in vollftändig durchgeführter Weife irgendwo vorhanden gewefen if,
noch fein Fann. Es ift nirgends wahrzunehmen, daß ein Staat, fobald er
inmal in Berührung mit anderen gekommen ift, fi wieder wirth{haftlich
— und, das heißt in der nothmwendigen Folgerung: in Ahem — durchaus
zu ifoliren, fi abfolut unabhängig zu ffellen vermag, und eben fo wenig,
daß in einem wirklichen Semeinmefen an irgend einer Stelle eine ganz
unbedingte Freiheit des einzelnen Individuums beftanden habe. Da nun
eine völlige Sfolirung der Völker von einander für eine Lingere Dauer über:
Haupt nicht möglich if. und ein foldher Zuftand auch geradezu der höheren
Beftimmung aller einzelnen Völker. zu einander und zur Entwiklung der
menfchheitlichen SGefchichte widerfpricht, fo liegt in der wirthfchaftlihen Unab:
hängigEeit eines Volkes von anderen an fich weder ein wirthfchaftlicher, noch
ein politifcher Werth; der Werth diefes Zuftandes befteht nur darin, daß er
gegen die gemwaltfame Gefährdung der politifchen Eriftenz fchüst, er ift ein
Sut, weil er der Segenfaß eines Uebels in Zeiten des Krieges ift, und er ift
auch nur foweit und in fofern ein Sut als er diefes thut. Würde die ÖEonomifche
 SelbftftändigFeit eines Landes ohne Folgen für die politifhe Fort:
dauer des Staates in einem etwaigen Kriege mit einem zweiten fein, oder
märe ein Zuftand eines fortdauernden Friedens, natürlich gegen jegliche
Art von Kriegführung, feft verblirgt, fo würde eine foldje SEonomifche
UnabhängigFeit für ein Volk ohne alle Bedeutung fein. Nimmt man nun
noch hinzu, daß ein jedes Land, welches überhaupt in einem Taufchverkehr mit
anderen zu ftehen vermag, an feinen SEonomifchen Kräften und Werthen
jedenfalls ein gewiffes Segengewicht gegen dasjenige in die Wagfchale zu
fegen hat, vor deffen Beherrfhung man fich fhüßen will, fo wird man nicht
umbin Bönnen, innerhalb diefes Raifonnements den Werth der Schußmaf:
regeln einer einheimifchen Induftrie gegen das AUusland auf foldhe Theile der
Sfonomifhen Thätigkeiten und auf eine folche Stärke zu befhränken, daß
unter allen Umftänden für den Fall der Friedensftörungen die yolitifche