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nunftthätigEeit des erkennenden Menfehen. Aus der Eörperlichen Form, in
welcher die Thatfache auftritt, muß der Menfch den Begriff, den fie um:
fchließt, abftrahiren, er muß Wefentlihes und Unwefentliches feheiden, Ans
beres combiniren — überhaupt eine ThHätigkeit entfalten, welche das YUufz
treten der vorliegenden Thatfache an fich nicht überflüffig machen Kann;
ganz offenbar Fan gegen diefe Wahrheit nicht gerichtet fein die Warz
nung Liebig’s an die empirifchen Forfher vor Abfiractionen ,. weil die
Bedeutung der empirifhen Ihatfachen nicht in der geringften Weife abhänge
 von der Annahme, die der Menfeh ihnen unterlege. Und gar ein
Sefeg des Sfonomifchen Lebens, wie wäre e8 aus den empirifhen Erfcheiz
nungen herauszuffellen, ohne einen Recurs an die Logit des Denk- und
Schlußvermögens in dem menfehlichen Seifte! AWber wie nothrmendig fo:
mit auch das in dem menfehlihen Seife als foldem liegende Denkvermöb:
gen für die Löfung unferer Aufgabe wird, wie groß das Gebiet bleibt, in
welchem e8 zur Thätigkeit berufen if, nichtsdeffotweniger wird boch die Nas
tioral$Eonomie fo gut wie jede andere Wiffenfchaft, welche die in dem em
pirifchen Leben zur Erfheinung gelangenden Gefeße herauszuftellen fucht,
den fundamentalen Sag fefthalten müfflen, daß der Kopf des denkenden
Menfchen die objectiv wahrnehmbaren Ihatfachen des Lebens nur verar:
beiten, nicht erfeben Kann und fol, daß er nur im Rechte ift ne:
ben den lekteren, nicht im Gegenfab zu ihnen. Und das gilt fo entfchieden,
 daß die Wiffenfchaft nicht nur die Thatfachen aus dem wirklichen
Leben zur Grundlage, zum Ausgangspunkte der Beobachtung und der Un:
nahmen nöthig hat, fondern daß auch jedes auf ihnen errichtete und von ihnen
hergeleitete Raifonnement der Bemweisführung an ihnen erhärtet werden muß,
oder menigftens fo lange einer entfcheidenden Beweiskraft entbehrt , als
Lebteres nicht erfolgt ift. Gerade weil es auch unferer Wiffenfhaft nur
auf das, was in dem empirifchen Leben eingetreten i{t oder eintreten Eann,
ankommt, muß fie grundfäßlih Alles zurücftoßen, was diefen Charakter
nicht hat. Die gefchichtliche Lebenserfahrung felbft bezeugt ihr überall, wie
für die von den Thatfachen des Lebens Losgeriffene freibildende Thätigkeit
des menfchlichen Seiftes, auch wo fie auf jeden Anfaß zu einem Dädalus:
fluge zu verzichten fcheint, in leichtefter MWeife alles Maß der gefchichtlichen
Mirklichkeit verloren geht; ja daß fie dann, auch wo fie in angeblich nüch:
ferner Schlußfolgerung immer auf dem Boden des Lebens zu bleiben fcheint,
unverfehens von einer neuen Thatfache des Irrthums überführt wird. »Wer
nicht darauf gefaßt iff« — fagt irgendrvo Humboldt — »TIhatfachen ans
zuerfennen, die aller Theorie widerfprechen, ft Fein Sprachforfcher« — das
gilt in dem Sinne auch für die Nationaldkonomie, daß einestheils die
Thatfachen des Lebens das Fundament der Theorie bilden, andererfeits durch
neue Thatlachen des Lebens die vorhandene Theorie einer BVerbefferung zu”