929 Wie es bei der Produktion die Aufgabe ist, mit Aufwendung von möglichst wenig Arbeitskraft und geringer Wertvernichtung möglichst viel Werte zu erzeugen, so ist es die Aufgabe der Konsumtion, mit möglichst geringen Werten einen thunlichst hohen Nutzeffekt in der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse zu erreichen. $ 13. Die Natur als Produktionsfaktor. der Knies, a. a. O0. S. 44. v. Bär, Ueber den Einfluß der äußeren Natur auf die sozialen Verhältnisse einzelnen Völker ete. i. s. Reden, Bd. II. Petersburg 1876. Ratzel, Anthropogeographie. 2 Bde., 1882 u. 1898, Ders., Politische Geographie, 1897. W, (Aötz, Wirtschaftsgeographie, 1891. Unter den Gaben der Natur hat man zu unterscheiden zwischen len Gütern, auf die der Mensch wenig oder gar keinen Einfluß in Bezug auf die Vermehrung und Veränderung üben kann, denen er sich nicht zu entziehen, die er nur zu verwerten vermag, wie sie eben gegeben sind (Klima, orographische Beschaffenheit des Landes, Ebbe und Flut u. dergl.), und solche, die er vermehren, verbessern, umformen, mit einem Wort durch Arbeit seinen Zwecken dienstbar machen kann, z. B. die Bodenfruchtbarkeit. Von der ersten Kategorie ist besonders das Klima von ein- Einfluß schneidendem Einfluß auf das ganze wirtschaftliche Leben. Dervon Klima Mensch selbst wird bekanntlich dadurch in seiner physischen, noch “SB een mehr aber in seiner geistigen Leistungsfähigkeit bestimmt. Sowohl die %c ME Kälte des Nordens wie die Hitze des Südens benachteiligen sie. Außer- i lem absorbiert die übermäßige und langandauernde Kälte zuviel Kräfte, Der Kampf gegen die Unbilden des Klimas allein zur Erhaltung des Lebens läßt wenig Zeit und Kräfte zur Kulturentwickelung übrig, während die Sonnenglut des Südens die Kmnergie erschlafft, und die Gewährung einer Fülle zum Leben ausreichender Früchte eine Anstrengung der Kräfte nicht notwendig erscheinen läßt. Buckle behauptet, daß die kurze Zeit, wo der Mensch im Norden wie im Süden das Leben nur zu genießen vermag, besonders die Genußsucht ausbildet. Das gemäßigte Klima gestattet am meisten die Entwickelung ınd Verwertung der geistigen Gaben, übt einen Druck aus, sich durch Arbeit das zum Leben Nötige zu beschaffen, läßt aber noch weiten Spielraum für andere Kulturarbeit, . Die Beschaffenheit des Landes bestimmt naturgemäß die wirtschaftliche "Thätigkeit des Menschen in hohem Maße. Die landschaftlichen Schönheiten der Schweiz und der dadurch herangezogene Fremdenverkehr geben der Volkswirtschaft des Landes wenigstens zum großen Teile eine bestimmte Richtung. Die Umgebung des Meeres und die das Land durchziehenden natürlichen Wasserstraßen haben England zur Handelsmacht prädestiniert. Der Reichtum an Kohlen und Eisen bot die natürliche Grundlage für eine mächtige Industrie. Der Umstand, daß die großen Seeschiffe zum Teil bis unmittelbar an die Fabrik gelangen können, um ihre Ladungen eventuell als Rohmaterial am Bestimmungsorte zu löschen, um unmittelbar wieder die fertige Ware für den Weltverkehr einzunehmen, verbilligt die Produktion 3norm. Vielfach kann zugleich in nächster Nähe die Kohle für den