‚35 übermäßig zurückdrängt, der in unseren gebildeten Kreisen bei der Erziehung meistens methodisch bekämpft wird, um den idealen Sinn zu entwickeln. In Nordamerika ist man dagegen allgemein bestrebt, schon früh den Sinn für Erwerb und Selbständigkeit zu wecken. Der Knabe erhält kein Taschengeld, sondern Gelegenheit, sich etwas zu verdienen. Er erhält ein paar Apfelbäume, deren Ertrag er für sich pekunlär verwerten kann; bei Gelegenheit werden ihm Waren, billige Schmucksachen überwiesen, um sie öffentlich zu verkaufen. Ja, man sieht Knaben aus wohlhabenden Häusern Bücher, Zeitungen kolportieren, wodurch sie an die Erwerbsthätigkeit gewöhnt werden sollen. Ist das unserer Lebensauffassung durchaus zuwider, so erklärt es die hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und den entwickelten Geschäftssinn les amerikanischen Volkes, während auf die entgegengesetzte Erziehung in Deutschland der übermäßige Zudrang zu allen Beamtenstellen zurückzuführen ist. In Deutschland wird der junge Mann während seiner Studien und vielfach bis in ein hohes Lebensalter von den Eltern unterstützt und bleibt von ihnen abhängig. In Amerika ist es selbstverständlich, daß der junge Mann, der die Schule verlassen hat, sich selbst unterhält. Er wird aus pädagogischen Rücksichten dazu angehalten, auch wo die Mittel reichlich vorhanden sind, um ihn selbständir werden zu lassen. Die Tochter erhält in der Regel keine Mitgift. Es ist selbstverständlich, daß der Mann erst heiratet, wenn er die Frau ernähren kann, oder sie sich selbst das Nötige verdient, was dort allerdings leichter ist als hier. Die beschämenden Geld. heiraten fallen aber damit fort, und der Unabhängigkeitssinn wird vor- züglich ausgebildet. S 15. Das Kamvital. Carl Knies, Das Geld, Kap. 1. Berlin 1873. CO. Menger, Zur Theorie des Kapitals, Jahrb. f. Nat. 1888, N. F., Ba, XV. a X .Eöhm-Bawerk, Kavital und Kapitalzins, Innsbruck 1884 u. 1889, Bd. I un . Umpfenbach, Das Kapital in seiner Kulturbedeutung. Würzburg 1879. J. B. Clark, Capital and its earning. Amer. econ. Assoc. 1888. Patten, The fundamental idea of capital. Quat, J. of Economics 1889. Ach. Loria, Analisi della proprieta capitalistiea. "Porino 1889 Unter Kapital verstehen wir den Teil des Vermögens, welcher, Definition selbst Produkt menschlicher Arbeit, wieder zur Produktion bestimmt des Kapritals. ist. Nach dem Sprachgebrauche liegt sowohl der Begriff des Vorrats {für künftige Nutzung, wie der des Erwerbsmittels darin, und je nach- dem die eine oder andere Seite von dem Autor als in höherem Maße bedeutungsvoll angesehen wurde, sind die Definitionen sehr verschieden ausgefallen. Uns erscheint es vor allen Dingen notwendig, das Kapital den anderen Produktionsfaktoren gegenüberzustellen und außerdem den Begriff scharf in sich abzugrenzen. Deshalb legen wir Gewicht darauf, das Kapital in bestimmten Gegensatz zur Natur zu stellen und ihn nicht mit dem des Vermögens zusammenfallen zu lassen, sondern ihn ausdrücklich als einen Teil des Vermögens vom Vermögen selbst zu unterscheiden. Eben deshalb sind nur Güter darunter zu begreifen, welche der Mensch selbst für seine Zwecke hergestellt hat. Das ist der Fall ebenso bei dem Kieselmesser aus der Steinzeit, wie bei einer großen 2x