. 36 — Schneidemaschine, welche Eisenplatten zerschneidet. Das ist der Fall bei dem primitiven Geräte aus der Wiege der Menschheit, wo ein ab- gerundeter und geschärfter Stein in einen Baumzweig gezwängt ist, um die Hubkraft des menschlichen Armes zu erhöhen, wie bei dem Dampf- hammer, der hunderte von Zentnern auf einmal auf das untergelegte Eisen herabschlägt. Als Kapital ist aufzufassen das Fabrikgebäude, wie die landwirtschaftliche Fläche, wo die Ackerkrume durch sorg- ’ältige Behandlung und Düngung in ihrer physikalischen. und chemischen Beschaffenheit umgewandelt und zu größerer Tragfähigkeit gebracht ist. Der noch unberührte Boden dagegen wird in der Nähe der Stadt einen wertvollen Teil des Vermögens bilden, ohne darum Kapital zu sein. Der Nachdruck ist vielmehr darauf zu legen, daß durch mensch- liche Arbeit und Hinzufügung besonderer Hilfsmittel der Gegenstand sine höhere Brauchbarkeit erlangt hat. Das ist bei dem aus Eisen hergestellten Gerät oder der Maschine der Fall, wie bei der von Steinen, Wurzeln und Unkraut befreiten Ackerkrume, die vielleicht noch durch Drainage von überschüssigem Wasser befreit ist. Was dagegen nicht einen Teil des Vermögens bilden kann, alle inneren Eigenschaften, wie besondere Intelligenz Kenntnisse, Talente, ine gute Singstimme oder äußere Einrichtungen, wie z, B. der Staat, können trotz ihrer Nutzbarkeit als Kapital nicht angesehen werden, weil sie so wenig wie die freien Güter dem Werte nach geschätzt und zubsumiert werden können, Auch der Sprachgebrauch ist jener Auf- fassung, die z. B. Adolf Wagner vertritt, entschieden entgegen und benutzt den Ausdruck in dieser Weise höchstens im uneigentlichen Sinne. Schließlich ist die Art der Verwendung maßgebend. Wir scheiden daher aus dem Kapital die Konsumtionsgüter aus. Nur so ist das Kapital als Produktionsfaktor aufzufassen und der Natur, der wir das Kapital gegenüberstellten, an die Seite zu setzen. Begreift man auch die Konsumtionsgüter darunter, so fällt in der Hauptsache der Begriff des Kapitals mit dem des Vermögens zusammen, und der letztere reicht allein vollständig aus. Hiernach ist für uns das Wohn- gebäude für den Eigentünier, wenn er es nur allein benutzt, wohl Teil des Vermögens, aber nicht des Kapitals. Wenn dagegen der Fabrikant Gebäude an seine Arbeiter überläßt, so sind diese für ihn Kapital, and somit auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkte. Es gehören ferner dazu die große Masse der Werkzeuge und Maschinen, welche die menschliche Arbeitskraft zu unterstützen be- stimmt sind, wie der Hammer die Hubkraft des menschlichen Armes erhöht, so die Zange die Greifkraft der Hand, sei es das kleine In- strument des Zahnarztes, oder die gewaltige, mit Kette und Dampf- maschine gehandhabte Zange, welche die glühenden Panzerplatten durch die Walzen hindurch zu zerren hat, um sie zusammenzuschweißen. So das Mikroskop und Fernrohr, die Sehkraft des Menschen zu unter- stützen, das Jagdgewehr oder die Kanone, um das Wurfgeschoß auf die gewaltigste Entfernung mit größter Treffsicherheit zu schleudern. Sie gehören unter dieselbe Kategorie der durch den Menschen her- gestellten Produktivmittel, die seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in der neueren Zeit so enorm gefördert haben. Es zählt dazu aber auch die Kohle zur Dampferzeugung, das Getreide als Saatgut und Viehfutter, wie als Nahrungsmittel für die Arbeiter, aber nur vom volkswirtschaftlichen Standpunkte, während es von dem des Arbeiters aus Konsumtionsmittel ist. Kapital ist auch der Viehstand des Land-