55 Volkswirt- gleichung mit anderen Gegenständen herangezogen, und damit der schaftliche Wert derselben zum Ausdruck gebracht wird, Hierdurch hat es eine Funktionen, „94a bedeutsame Funktion im wirtschaftlichen Leben übernommen, und wird noch unentbehrlicher wie das Längen- und Gewichtsmaß. Außer- dem dient es als Sparmittel, indem die überschüssigen Vorräte in dasselbe umgewandelt und als Reserve aufbewahrt werden. Erst durch ein gutes Sparmittel kann auf primitiver Stufe der Kultur die Kapitals- bildung vor sich gehen und wird die Bevölkerung daran gewöhnt, nicht jeden reichlichen Vorrat zu vergeuden, sondern den Wert in das all- gemeine Tauschmittel umzusetzen und damit Vorsorge für die Zukunft zu treffen. Schließlich dient der Gegenstand noch als Leihmittel, indem dem Schuldner damit die Möglichkeit gegeben ist, Sich diejenigen Gegenstände zu verschaffen, deren er bedarf, auch wenn der Darleiher ihm diese selbst nicht verabfolgen kann. ; Ein Gut, welches diese vier Funktionen thatsächlich übernimmt, wird volkswirtschaftlich als Geld anzusehen sein. Und wir sahen, daß, schon vevor der Staat derartig entwickelt ist, daß er in das wirtschaftliche Leben \«ntensiv eingreift, sich in der erwähnten Weise das Geld ausbildete. Wo 'ndeß ein Staat im modernen Sinne vorhanden ist, wird Geld nur durch nen Gesetzesakt geschaffen, indem das allgemeine Tauschmittel zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt wird. Jeder muß sich die Tilgung einer Schuld mit diesem gesetzlichen Zahlungsmittel gefallen lassen, und ein Jeder darf mit diesem Gegenstande seine Schulden tigen. Erst Jurch die gesetzgeberische Sanktion erhält der Gegenstand die Eigen- schaft, die ihn für die erwähnten Funktionen völlig geeignet macht. Die Staatsgewalt ist erfahrungsgemäß dadurch auch in der Lage, Gegen- stände in Geld zu verwandeln, welche durch ihre sonstigen KEigen- schaften sich in keiner Weise dazu eignen. Es hat Ledergeld gegeben, noch gegenwärtig giebt es Papiergeld. Die staatliche Verfügung kann unter Umständen dem Zettel die Eigenschaft verleihen, die ihn zum allgemeinen Tauschmittel geeignet macht. Er wird willig von Jedem genommen, er hat dadurch die allgemeine Absatzfähigkeit erlangt, welche, wie wir sahen, die Voraussetzung für ein allgemeines Tauschmittel bildet. Doch zeigt die Erfahrung, daß die Macht des Staates in dieser Beziehung eine beschränkte ist, und er nicht beliebig schalten kann. Anforderun- Um höheren Ansprüchen zu genügen, muß das als Geld dienende PR ade das Gut folgende Eigenschaften haben: 1. allgemein anerkannten Wert be- ””"°- sitzen, denn nur ein Gut, das überall geschätzt wird, kann nach dem vorher Gesagten überhaupt als "Tauschmittel dienen. 2. In einem kleinen Volumen infolge großer Seltenheit einen hohen Wert repräsen- tieren, um auch für entfernte Gegenden als Zahlungsmittel dienen zu können. Eben deshalb sieht man sich genötigt, mit Entwickelung der Volkswirtschaft wie der Wohlhabenheit, welche fortdauernd höhere Zahlungen beanspruchen, zu einem immer wertvolleren Metalle als Münzmetall überzugehen, um dieser Anforderung in besserer Weise zu genügen. 3, Muß der Gegenstand teilbar sein, ohne seinen Wert ein- zubüßen, damit er sowohl in größeren wie in kleineren Stücken als Tauschmittel dienen kann und damit den mannigfaltigen Anforderungen zur Zahlung für größere und kleinere Werte zu genügen vermag, 4. Muß er sich leicht aufbewahren lassen, ohne dabei im Werte ein- zubüßen, um als vollkommenes Sparmittel gebraucht werden zu können, Es giebt erfahrungsgemäß keinen Gegenstand, der diesen An- sprüchen in einem höheren Maße zu genügen vermag, als die Edel- Pdelmetalle-