29 $ 27. Die Ursachen der Wertschwankungen der edlen Metalle. Jakob, Ueber die Produktion und Konsumtion der edlen Metalle. 1838, Soetbeer, Zur Statistik der Edelmetalle i. d. J. 1876—80 in den Jahrbüchern tür Nationalökonomie. 1881, N. F., Bd. 2 u. 3. L. Cohnstädt, Zur Silberfrage. Frankfurt 1896, Soetbeer, Materialien zur Erläuterung der Edelmetallverhältnisse. Berlin 1886. Paasche, Studien über die Natur der Geldentwertung. Jena 1878. Der Wert der Edelmetalle wird wie der einer im freien Verkehr Wertbestim- stehenden, in großer Masse vorhandenen, aber nicht beliebig vermehr- mung des baren Ware bedingt durch das Verhältnis des Angebots zur Nach- Mdelmetalles, frage. Die Edelmetalle bilden eine Ware wie Eisen, Kupfer ete. und ihr Wert wird bestimmt wie dieser nach der Menge, welche disponibel ist, gegenüber dem auftretenden Bedarf, Dieses ist durch die Er- fahrung bestätigt, indem nach der Entdeckung Amerikas durch die außerordentlichen Mengen von Gold und Silber, welche nach. Europa gebracht wurden, wie bereits erwähnt, das Metallgeld entwertet und dadurch die Preise aller Produkte gesteigert wurden. Der Waren- charakter der Edelmetalle ist in der neuesten Zeit in der Verschiebung des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber klar zu Tage ge- treten, was uns noch zu beschäftigen haben wird. Aber die Edel- metalle haben dadurch eine besondere Eigentümlichkeit erhalten, daß sich von ihnen im Laufe der Jahrtausende ein außerordentlich großer. Vorrat aufgespeichert hat, da seit so langer Zeit alljährlich neue Quantitäten an das Tageslicht gefördert wurden, die bei der Wider- standsfähigkeit derselben sich bis auf die Gegenwart erhalten haben; abgesehen von den verhältnismäßig geringen Quantitäten, die zur Zeit der Völkerwanderung, dann bei sonstigen Zerstörungen von Städten, bei Untergang von Schiffen etc. verloren gegangen sind, oder was bei dem Gebrauche abgeschliffen ist. Diesem gewaltigen Vorrat gegenüber muß sowohl die Produktion einzelner Jahre wie die Veränderung der Nachfrage innerhalb kürzerer Perioden einen nur unwesentlichen Ein- fiuß haben. Dies wird ganz besonders bei dem Golde der Fall sein, wo alle erwähnten Momente in noch höherem Maße zur Geltung kommen, als bei dem Silber, Die Nachfrage nach Edelmetall wird bedingt einmal durch die Ausdehnung des Gebrauchs jener Metalle zu Geräten, Schmucksachen und für sonstige Industriezwecke; auf der anderen Seite durch den Be- darf an Münzmaterial. Bei der allgemeinen Beliebtheit der Metalle wird der Bedarf für Industriezwecke abhängen einmal von der Aus- dehnung des Weltverkehrs und der Ausbreitung der Kultur. Je mehr Länder in den allgemeinen Verkehr hineingezogen werden, um so aus- gedehnter wird das Territorium sein, welches Ansprüche an Edelmetall erhebt. Je mehr dann in demselben die Bevölkerung steigt, um so mehr wächst die Zahl derjenigen, welche das Metall in der einen oder der anderen Form begehren. Sehr bedeutsam ist dann die Wohlhaben- heit der Bevölkerung, weil mit derselben die Zahl der Nachfragenden und mit der Kaufkraft derselben auch die Ausdehnung des Bezuges steigt. Es ist bekannt, wie in den letzten Dezennien die unteren Klassen nach Erhöhung der Löhne immer mehr Schmucksachen, Uhren etc. verwenden, wie in den bürgerlichen Kreisen weit mehr Silbergerät aller Art gebraucht wird als früher: und je mehr die nach