re \Lünzbedarf. Hunderten von Millionen zählenden Personen der unteren Kreise sich an lem Gebrauche beteiligen, um so gewaltiger ist natürlich der Einfluß. . Der Münzbedarf wird gleichfalls wesentlich durch dieselben Momente bestimmt, wie der Industriebedarf. Je stärker die Bevölkerung, je yohlhabender ein Land ist, um so größer ist auch der Umsatz an allen Produkten und um so mehr Münze ist unter sonst gleich gebliebenen Verhältnissen erforderlich, um die Umsätze zu vermitteln. Vermindernd wirkt dagegen im Verhältnis auf den Münzbedarf die Schnelligkeit des Umsatzes, weil dadurch dieselbe Quantität Münze, die schneller von Hand zu Hand geht, zu mehr Käufen zu dienen vermag; gerade so wie zur Herüberschaffung von Getreide aus London nach Hamburg viel weniger Dampfschiffe notwendig sind, die in wenig Tagen die Hin- und Rückfahrt bewerkstelligen können, wie Segelschiffe, die dazu Wochen gebrauchen. Daher ist der Bedarf an Münze im Verhältnis zu dem Umsatz auf dem Lande sehr viel größer als in der Stadt, weil die Landbevölkerung viel allgemeiner das Geld länger in der Kasse aufzubewahren pflegt als die städtische. Ebenso bedarf Rußland ver- hältnismäßig mehr Münze als Deutschland, Deutschland mehr als Eng- land. Von ungleich größerem Einfluß aber ist das dritte Moment der Heranziehung von Geldsurrogaten, oder Ausgabe von Papiergeld, wodurch enorme Quantitäten von Münzen erspart werden können. Außer dem Papiergeld- und Banknotenverkehr kommt die Zahlung durch Wechsel und Checks in Betracht, wie der Giroverkehr der großen Centralbanken. Je mehr in einem Lande die Thätigkeit der Banken um sich greift, wie z. B, in England, um so weniger Münze kommt in Umlauf und ist für den Umsatz erforderlich. Daher die Thatsache, daß trotz der gewaltigen Steigerung des Warenumsatzes. in den Kulturländern die Zunahme des Münzbedarfs verhältnismäßig ge- ring gewesen ist, die Ausbildung der Kreditwirtschaft hat hier ent- sprechenden Ersatz geboten. Fortdauernd ist natürlich für etwaige Verluste, dann für die Ab- outzung sowohl der Geräte wie der Münze Ersatz zu schaffen, der gleichfalls nach den Verhältnissen verschiedene Größe hat. Doch ist er von keiner hervorragenden Bedeutung, seit die Gewinnung von Edel- metall größere Dimensionen angenommen hat. Alle diese Verhältnisse beeinflussen naturgemäß nicht den Wert der Edelmetalle in einem einzelnen Lande, sondern sie kommen nur für die Gesamtheit der Kulturländer und den ganzen Weltverkehr in Betracht, welcher hier als ein gegebenes Ganzes in das Auge zu fassen ist. Ein einzelnes Land vermag sich heutigen Tages hierbei nicht ab- zuschließen, und seinen selbständigen Entwickelungsgang zu nehmen. Bei der großen Transportfähigkeit der Edelmetalle wird eine jede Verschiebung des Wertes zwischen den verschiedenen Ländern sofort durch die Spekulation ausgeglichen, und das Bestimmende ist Angebot, und Nachfrage auf dem Weltmarkte., In Bezug auf das Angebot’ ist also die Gesamtproduktion aller Erdteile maßgebend gegenüber. dem seit Jahrtausenden aufgespeicherten Vorrat. Allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, daß nicht un- bedeutende Quantitäten dem Verkehre entzogen sind. Vor allen Dingen in den Tempeln und Klöstern des Orients, wie ebenso bei einer großen Zahl der Fürsten in China, Indien etc. Aber auch bei uns sind große Vorräte an Geräten und Schmuck in. den Händen von. Privatpersonen, welche gar nicht. oder. nur ganz ausnahmsweise in geringen Teilen zum