92 Schlagschatz, Wenn die Prägegebühr den Ersatz für die Prägekosten über- schreitet und dadurch der Staatskasse ein Münzgewinn zufließt, so wird dieser als Schlagschatz bezeichnet. In früheren Zeiten ist durch die Erhebung des Schlagschatzes eine besondere Einnahme für die Staatskasse erzielt; in der neueren Zeit ist der Grundsatz allgemein anerkannt, daß zu gunsten der Münzzirkulation und der Vollwertig- keit der Münzen, auf welcher jene beruht, aus der Münzprägung ein Gewinn nicht bezogen werden soll, Deutschland bezieht für die Prägung der Goldmünzen 2,8 pro Mille, um welchen Betrag also die Münzen unterwertig ausgegeben werden, in Frankreich beträgt die Gebühr 2,5 pro Mille, während England überhaupt eine Gebühr nicht bezieht, um die internationale Zirkulation zu erleichtern, Da das betreffende Metallstück durch. die Prägung thatsächlich eine neue Verwendbarkeit erlangt, so wird sich die Erhebung einer Gebühr für die Prägung durchaus rechtfertigen lassen, zumal auch die Juweliere und sonstige Fabrikanten bei der Verwendung der Münze den Vorteil haben, über die Zusammensetzung des Metallstückes genau orientiert zu sein. Außerdem ist in Betracht zu ziehen, daß durch diese Gebühr der Einschmelzung der Münze und dem Export derselben eine gewisse, nur gerechtfertigte Erschwerung ersteht. Denn es ist nicht einzusehen, warum der Staat die Kosten der Neuprägung zu gunsten der Fabrikanten und des Auslandes auf sich nehmen soll. Dagegen ist, wie schon erwähnt, eine jede Mehrerhebung, als zur Deckung der Kosten erforderlich ist, also die Ausgabe unterwertiger Münze, unbedingt zu verwerfen. Gleichwohl ist dieses in früheren Zeiten in großer Ausdehnung geschehen, wie in dem 17. Jahrhundert, ins- besondere zur Kipper- und Wipperzeit in den 20er Jahren jenes Jahr- hunderts, wo die unterwertige Münze nach kurzer Umlaufszeit, die zu einer erheblichen Entwertung der Münze ausreichte, in Verruf erklärt wurde, um sie zu dem Umlaufswerte, resp. dem wirklichen Gehalt an Edelmetall entsprechend, einzuziehen und die neugeprägte Münze wiederum unterwertig mit Hilfe des gesetzlichen Zwanges zur Ausgabe zu bringen, Auch Friedrich der Große hat während des 7 jährigen Krieges unterwertige Goldmünzen ausgeprägt und sie namentlich zu Zahlungen im Auslande benutzt, sie aber nach Beendigung des Krieges allmählich wieder aus der Zirkulation zurückgezogen. ; Die Münzzirkulation belief sich auf cirka: pro Kopf der Bevölkerung Gold Silber 1899 1890 1890 48 Mk. 12 Mk. 11,7 Mk, ""rankreich) (Frankreich) 8 42 46 50 27 16 Schweden Schweden 11 ” 9, 5,5 ” 24 2 26 52.7 ) 22 356 ? 8 35. Die Währung, M. Wolowsky, La question monetaire. Paris 1869. O0. Arendt, Die vertragsmäßige Doppelwährung, I. u. II. Berlin 1880 Biermer, Leitsätze zur Beurteilung der Währungsfrage. Berlin 1896. K. Helfferich, Zur Geschichte der Goldwährung. Berlin 1896.