127 hat in der neueren Zeit den Rückgang des Grundwertes in nicht un- bedeutendem Maße aufgehalten, während die Güterpreise in den Dezennien vor 1880, auch wo die Reinerträge unverändert blieben, fortdauernd stiegen. Bald ist indessen auch bei gleichem Landeszinsfuß durch Ver- schiebung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage der Kaufwert weit höher als der Ertragswert, bald‘ auch niedriger; ersteres beson- ders auf hoher, letzteres auf niedriger Kulturstufe. In dem Westen von Amerika ist im Vergleich zum Reinertrage das Land billig, im Osten teuer. In England, wo ein großer Teil des Landes in festen Händen ist, werden für jedes Stück, .wie für jede Farm enorme Preise gezahlt, so daß auf ‚eine höhere Verzinsung, wie etwa 2%, nicht zu rechnen ist. In der Nähe der Städte oder für Güter in besonders schöner Lage werden verhältnißmäßig hohe Summen geboten. Dieselbe Erscheinung liegt bei ganz kleinen Grundstücken vor, die der Arbeiter erwirbt, um darauf seine überschüssige Arbeitskraft zu verwerten und sich darauf zu erholen. Er verzichtet auf eine angemessene Verzinsung des Anlagekapitals und vielfach noch auf einen Lohn für seine Arbeit. Der Reinertrag wird bedingt einmal durch die Tragtähigkeit des Bodens. Man zahlt naturgemäß für einen milden Lehmboden oder für humoses Niederungsland das Doppelte, Dreifache und noch mehr als für Sandboden; für Land in alter Kultur weit mehr als für erst aeu kultiviertes Gebiet, welches noch steinig, unrein, wenig humos, ohne Wasserabfluß etc. zu sein pflegt. Der Preis wird aber wesent- lich bestimmt durch die Art der Verwendung, welche das Land finden zoll. Nicht nur, daß man für Garten- und Weinland mehr zahlen kann, als für Acker oder gar Weide, sondern auch für Ackerland kann mehr geboten werden, wenn es in der Nähe einer Zuckerfabrik liegt, als für zbgelegene Stücke, auch wenn sie sich für den Rübenbau eignen, Enorme Summen können ohne Bedenken in der Umgegend von Quedlin- burg, Eisleben, Erfurt gezahlt werden, wo der Boden zur Samenzüchtung venutzt werden soll und dabei auf den Hektar an Dünger und Arbeit im Jahr 1000 Mk. und noch mehr ausgegeben werden. Ein Land- wirt, der mit bedeutendem Kapitale, hoher Intelligenz und landwirt- schaftlichen Kenntnissen ausgerüstet ist, wird ev. ohne Schaden für ein Gut das Doppelte des Preises zahlen können, den sein untüchtiger Vor- zänger zu verzinsen vermochte, wenn er eine neue Wirtschaftsmethode, sinen verbesserten Viehstand, Maschinen ete. einführt. Der Reinertrag wird außerdem durch alle jene Momente beein- Grundbedin- üußt, welche die Produktionskosten bestimmen, also abgesehen von dem gungen des Kapitalzins für das Betriebskapital, durch Steuern und ähnliche mit dem Beine Grund und Boden verbundene Abgaben, besonders durch die Höhe Tages des Arbeitslohnes, dessen Steigen gerade in der neuesten Zeit die Pro- duktionskosten in der Landwirtschaft sehr bedeutend gesteigert hat, zumal bei der zunehmenden Intensität des Betriebes weit mehr Arbeitskraft als früher auf das Land verwendet wird. Für 5 Güter stellten wir die Entwickelung der Lohnausgaben in Mark pro 100 ha, wie folgt, fest: zeinertrag.,