— 133 Getreidepreise in Berlin pro Tonne & 1000 kg in Mark jahr Weizen Roggen | Gerste Hafer R.-W. k* 1651—1700 1701—1780 1751—1800 1801—1850 1851— 1900 74,50 84/78 125,32 185,80 194/50 53,40 62,72 101,42 136,00 154.41. 54,64 52/92 108,40 127,20 59210 52,94 52,52 96,50 136,60 151.70 Verhältnis zum Roggen Jahr Weizen Roggen Gerste Hafer > 1651—1700 L701—1780 L751—1800 1801— 185% 1851 — ıu Se 351 2 % C & ‚96 N WC) 107) 10) 10) 100 102,3 99,1 84:3 83.4 1068 95.1 93,5 100.4 98,5 983 (Siehe Tabelle S. 187.) Das Getreide, welches von einer bestimmten Bodenfläche gewonnen wird, muß, weil diese Oberfläche nur in gegebenem beschränktem Umfange vorhanden ist und deshalb gegenüber der wachsenden Be- völkerung wertvoller wird, innerhalb größerer Perioden im Preise steigen. Nur besondere Fortschritte der Kultur können hiervon, wie es in der neuesten Zeit zu beobachten war, Ausnahmen schaffen, die man aber nach den bisherigen Erfahrungen auch nur als vorübergehende ansehen kann, denn auch in früheren Jahrhunderten sind Rückschläge in den Preisen ganzer Dezennien wiederholt zu beobachten gewesen. Die vorgelegten Zahlen ergeben, daß innerhalb größerer Perioden sich eine fortdauernde Steigerung der Getreidepreise nachweisen läßt. Aber es ist wichtig darauf aufmerksam zu machen, wie die Preise in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sowohl in Frankreich wie in England erheblich niedriger sind, wie in der ersten Hälfte desselben. In Frankreich sind sie im 18. Jahrhundert niedriger wie im 17. Auf den hohen Stand der zwanzig Jahre von 1581—1600 ist der Kürze der Periode wegen kein so großes Gewicht zu legen, Wie die Preise für Berlin ersehen lassen, ist auch der Durchschnittspreis in Deutschland in dem letzten halben Jahrhundert höher als der des vorhergehenden. In England allerdings ist in dieser Zeit ein Rückgang zu beobachten, nicht nur gegen die erste Hälfte des Jahrhunderts, sondern auch gegen das Ende des vorigen, weil in den früheren Perioden die Getreidepreise künstlich gehoben waren, und England naturgemäß in erster Linie durch die überseeische Konkurrenz getroffen werden mußte. Während des ganzen letzten Jahrhunderts hat ein Ausgleich: zwischen den Preisen von England und Deutschland stattgefunden, auf der anderen Seite aber auch innerhalb Deutschlands, z. B. zwischen den verschiedenen Provinzen Preußens.