212 Beteiligung Jnberufener. Jobhertum. und deshalb beseitigt werden müsse. Die Uebelstände liegen in zwei Richtungen, einmal darin, daß die Oeffentlichkeit und Zugänglichkeit der Börse dem großen Publikum die Spekulation ermöglicht hat und weite Kreise dazu verleitet, die nur einen Schaden davon haben, so daß die Gesamtheit dadurch geschädigt wird. Auf der anderen Seite zeigt es sich, daß die berufsmäßigen Börsen-Spekulanten Gelegenheit zum Mißbrauch der Börse finden und das Publikum in ihrem Interesse quszubeuten vermögen. Das erst erwähnte Moment hat wiederum in zweierlei Hinsicht Bedeutung, einmal, indem Geschäftsunkundige und nicht genügend Be- mittelte sich am Börsenspiel beteiligen und natürlich viel häufiger ver- äeren als gewinnen, und mehr einbüßen, als sie wirtschaftlich zu tragen vermögen, wodurch nicht nur sie selbst, sondern auch weitere Kreise, die mit ihnen in Zusammenhang stehen, leiden müssen. Auf Jer anderen Seite liegt es nahe, daß die Beteiligung weiter Kreise ohne Fachkenntnis und entsprechende Uebersicht Verschiebungen in den Preisen, wie in den Kursen herbeiführen kann, die durchaus un- gerechtfertigt sind, und doch kann naturgemäß die Börse die Beteili- gung weiter Kreise nicht entbehren, und es liegt sehr nahe, daß der Landwirt, der Industrielle auch die Preisentwickelung seiner Produkte verfolgt und daraus an der Börse Nutzen zu ziehen trachtet, Hier- gegen ist natürlich die Gesetzgebung völlig machtlos, und alle Gewalt- maßregeln, um ungeeignete Elemente von der Börse fernzuhalten, bleiben dadurch wirkungslos, daß das Publikum sich der Vermittler bedient, die ihre Aufträge ausführen, der Bankiers, Kommissionäre etc., die man von der Börse nicht ausschließen kann. Mehr klarliegend sind die Schäden, die sich in dem Mißbrauch der Börse durch die berufsmäßigen Spekulanten, dann durch die Bankiers herausgebildet haben. Es handelt sich dabei um Manipulationen, um das Publikum über len Wert der an der Börse gehandelten Gegenstände zu täuschen, lurch Verbreitung falscher Nachrichten in einer bestechlichen Presse der an der Börse selbst. Bei allgemein gehandelten Gegenständen, wie Getreide, Staatspapieren etc. wird dies nur von vorübergehender Wirkung sein. Nachhaltiger dagegen bei Aktien, wo die Rentabilität ler Unternehmungen falsch dargestellt werden kann, wogegen nur die nachhaltige Haftung der Beteiligten für ihre Veröffentlichungen eine Hilfe zu gewähren vermag. Von besonderem Nachteil sind die Maß- ıahmen, die offiziellen Kurs- und Preisnotierungen fälschlich zu be- ainflussen; insbesondere durch Scheingeschäfte, indem Geschäfts- freunde an der Börse Käufe und Verkäufe abschließen, nur zu dem Zwecke, die Preisnotierung zu veranlassen und damit die Kurse und Preise zu beeinflussen. Noch allgemeiner ist die willkürliche Ver schiebung der Preise durch momentane, bedeutende Verkäufe und An- käufe, um dadurch die Preise künstlich in die Höhe oder herunter zu lrücken, wenn z. B. bei bedeutenden Zahlungen Wertpapiere zum Fageskurse in Anrechnung gebracht werden sollen oder dergl. Es kommt ferner in Betracht die Ringbildung, um durch gemeinsame An- käufe im großen nicht nur momentan, sondern auch nachhaltig Preise and Kurse zu beeinflussen. Doch ist dabei im Auge zu behalten, daß diese zünstliche Preistreiberei in großer Ausdehnung auch außerhalb der Börse stattgefunden hat. Man braucht nur an die großen Schweinefleischauf- zäufe zu denken, die vor einigen Jahren in Amerika stattfanden und die