— 359 — zur le droit de la propriet6@ et sur le vol, considere dans la nature et dans la societe 1780. Beide erklären das vorliegende Eigentumsrecht als Produkt der Gewalt und Willkür, welches keineswegs in der Natur des Menschen seine Begründung finde, - Sie erkennen aber mit Rousseau an, daß es nun nicht mehr beseitigt werden könne, weil Jarauf die Kultur beruht. Mirabeau sah es allein als Produkt freier Uebereinkunft an, welches jeden Augenblick geändert werden könne and den Zeitverhältnissen nach auch in den Grundzügen umgestaltet werden müsse, Es ist wohl zu beachten, wie auf Grund Rousseau- scher Lehren und mit der gleichen Argumentation das Privateigentum als die Ursache aller Zeitübel hingesteilt und angegriffen wird. Die französische Revolution hatte in der Hauptsache unzweifelhaft rein politischen Charakter. Man erstrebte, wenigstens in der stür- mischsten Zeit, politische Gleichberechtigung, wirtschaftliche Freiheit, soziale Brüderlichkeit und erhoffte damit allgemeine Wohlfahrt und Zufriedenheit zu erzielen. Die wirtschaftliche Gleichheit wurde von den Einen als selbstverständliche Errungenschaft vorausgesetzt, von den Anderen nicht gefürchtet. Es ist daher nicht richtig, wenn neuerdings so vielfach behauptet wird, daß überhaupt der Revolutionszeit der zozialistische Charakter fern lag, er trat vielmehr wiederholt hervor, nur daß er von der herrschenden Partei unterdrückt wurde. Robespierre war unbedingt Sozialist, wenn auch ohne Klarheit and Konsequenz, Der Grundzug zeigt sich in seiner affektierten Schwärmerei für den antiken Staat, seiner Bekämpfung des Testatrechts, der Proklamierung des Rechts auf Arbeit und Unterhalt, in der Fassung der von ihm aufgestellten Menschenrechte. Den Kommunismus aller- Jings bekämpfte er. Saint Just war Kommunist, Marrat vertrat aur ein einfaches Beraubungssystem. Der Mann aber, der hier unsere besondere Aufmerksamkeit beansprucht, ist Gracchus Babeuf, (1760—97), der während seiner Gefangenschaft sich ein vollständiges kommunistisches System ausdachte und dieses in einem engeren Kreise der „Societ& du Pan- ‘h6on“ und durch die Zeitschrift „Le Tribun‘“ zu verbreiten suchte, Alle Güter, die materiellen und die geistigen, sollen der Gesamtheit gehören. Niemand darf mehr genießen als die Uebrigen; ein Jeder hat ein Recht auf eine glückliche Existenz, aber auch die Pflicht zur Arbeit, die nicht der Willkür der Einzelnen überlassen bleiben darf, sondern durch Gesetz geregelt werden muß. Die Zentralgewalt hat jeden Menschen dem Beruf, dem Wirkungskreise zuzuweisen, dem er gewachsen ist, und ihn zu verpflichten, die Frucht desselben in natura in ein gemeinsames Magazin abzuliefern. Ein Verteilungsamt ist ein- zurichten, das über alle Individuen und Güter Buch führt, die Lebens- mittel in peinlichster Gleichheit verteilt und sie jedem Bürger in sein Haus liefert. Die Kindererziehung soll gemeinsam, höchst einfach and gleich ohne Rücksicht auf individuelleBegabung sein. Große Städte werden nicht geduldet, das ganze Leben ist hauptsächlich auf Landwirt- schaft basiert. Kunst und Wissenschaft werden auf ein Minimum reduziert. Babeufs Versuch, die Herrschaft in die Hand zu bekommen, mißlang bekanntlich, er starb durch die Guillotine, und seine Lehren erlangten keine nachhaltige Bedeutung. Die Revolutionszeit und die darauf folgende Herrschaft Napoleons unterdrückten die Weiterverfolgung dieser Idee, Nach der Restauration tauchten in Frankreich zwei Männer auf, denen wir unsere besondere Aufmerksamkeit widmen müssen. Saint- 1789. Babeuf.