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        <title>Nationalökonomie</title>
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in England bestand und die Basis für die internationalen Zahlungen
bildete. So lange Deutschland die Silberwährung hatte, war es darauf
angewiesen, die Vermittelung der englischen Banken bei allen überseeischen
 Zahlungen in Anspruch zu nehmen, wo das Gold die Grundlage
 bildete. Erst nachdem auch Deutschland die Goldwährung acceptiert
 hatte, hat es begonnen, direkt die Zahlungen zu bewirken, und
erspart damit die Vermittelungsgebühr, die es bisher an die englischen
Banken zahlen mußte. Sehr begreiflich ist es daher, daß in der Gegenwart
 auch die anderen Länder danach streben, dieselbe Basis für die
internationalen Zahlungen zu erlangen.
Der zweite Grund zur Acceptierung der Goldwährung liegt in
dem schon früher berührten Umstande, daß bei der wachsenden Wohlhabenheit
 mehr und mehr das Bedürfnis hervortritt, zu einem wertvolleren
 Zahlungsmittel überzugehen, weil bei den bedeutenderen Beträgen,
 die fortdauernd auszugleichen sind, die Kaufkraft des Silbers
sich als zu gering erweist, Es entspricht daher dieser Vebergang zur
Goldwährung nur der natürlichen historischen Entwickelung. Deutschland
 fand Anfang der 70er Jahre nicht nur auf dem Weltmarkt das
nötige Quantum Gold, sondern erhielt zum großen Teile durch die
Milliardenzahlung unmittelbar die nötige Kaufkraft, um die 700 000 Pfund
Gold, ‚die es zur Ausprägung des Bedarfs an Goldmünzen gebrauchte,
vom Auslande zu beziehen. Ebenso liegen in der Gegenwart die
nötigen Quantitäten Gold infolge der gewaltigen Produktionssteigerung
in diesem Metalle vor, um es auch den anderen Ländern, wie Oesterreich
 und Rußland leicht zu machen, den nötigen Bedarf zum
Uebergange zur Goldwährung zu beschaffen. Wenn so unzweifelhaft
augenblicklich Bedenken gegen die allgemeinere Annahme der Goldwährung
 nicht vorliegen, und sich irgend welche schlimmen Folgen
bisher in keiner Weise ergeben haben, so ist nicht gesagt, daß nicht
für die spätere Zukunft Umstände zu erwarten sind, welche das gegenwärtige
 Vorgehen bedenklich erscheinen lassen und eine Aenderung
nötig machen. Diese Aenderung könnte nur nach der Richtung der
Doppelwährung gehen, aber niemals dahin, wieder das Silber an die
Stelle des Goldes zu setzen. Wir haben deshalb die Frage zu erörtern.
ob und unter welchen Verhältnissen die Durchführung der Doppelwäh:
rung möglich, und unter welchen Verhältnissen sie wünschenswert ist
Die alte Schule ging von dem Grundsatze aus, daß die Fixierung
des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber ebensowenig durchführbar
 sei, wie die zwischen Weizen und Roggen, Kupfer und Eisen ete,
Nun unterliegt es keinem Zweifel, daß der moderne Staat mit seinen
gewaltigen Mitteln und seinem mannigfaltigen wirtschaftlichen Bedarf
wohl imstande wäre, auch ein bestimmtes Wertverhältnis bei anderen
Waren für eine lange Zeit aufrecht zu erhalten, wenn nicht außergewöhnliche
 Umstände eintreten und der Bedarf der Produktion und
umgekehrt entsprechend angepaßt werden kann. So wird die Sache
auch bei dem Golde und Silber aufzufassen sein. Falsch ist es, zu
meinen, daß das einfache Gebot des Staates schon ausreicht, ein solches
wirklich statuiertes Verhältnis künstlich dem Markte zu oktroyieren
und ganz gewiß nicht ein solches, das dem Werte auf dem Weltmarkte
widerspricht. Die Geschichte hat. nun bewiesen, daß die Doppelwährung
 für sehr lange Zeit durchführbar ist und sogar erhebliche Verschiebungen
 in den Produktionsverhältnissen zu überstehen vermag, wie
in England fast 3 Jahrhunderte hindurch bis zur Mitte des 17. Jahr-Vorzüge

 der
Goldwährung.


Doppelwährung</div>
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