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        <title>Nationalökonomie</title>
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            <forname>Johannes</forname>
            <surname>Conrad</surname>
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            <idno>1886436398</idno>
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      <div>Städtische
3rundmpreise.

H. Sarrazin, Die Entwickelung des Preises des Grund und Bodens in der
Prov. Posen, Halle a. S. 1897 (Dissert.) und in den landwirtschaftlichen Jahryüchern
 1897.
Der Grund und Boden ist nur in beschränkter Ausdehnung vornanden,
 und der Mensch vermag nur wenig auf die Erweiterung einzuwirken.
 Allerdings nimmt der nutzbare Boden noch heutigen Tages
in den Kulturländern zu, aber nicht in dem Maße wie die Bevölkerung.
Das Angebot ist daher auf höherer Kulturstufe nur wenig zu erweitern,
während dem gegenüber bei aufblühenden Völkern durch das Wachsen
der Bevölkerung die Nachfrage fortdauernd steigt. Der Preis des
Grund und Bodens muß daher bei regulärer Entwickelung perpetuierich
 in die Höhe getrieben werden. Das ist am deutlichsten bei den
städtischen Bauplätzen zu beobachten, wo der Preis durch das Anwachsen
 der Stadt steigt, ohne daß Arbeit darauf verwendet zu sein
braucht. Gewisse Lagen der Stadt werden besonders bevorzugt. In
ılter Zeit bildete der Markt den Mittelpunkt der Stadt, um den sich
der Verkehr konzentrierte; von ihm liefen die Hauptstraßen aus, wo
Läden und Werkstätten auf den meisten Zuspruch rechnen konnten.
Dort hatte der Bauplatz, das Haus den höchsten Wert, dort war die
höchste Miete zu erhalten, da die Plätze rar, die Nachfrage allgemein
war. Je mehr die Stadt anwuchs, um so höher stiegen die Preise,
bis eine Ableitung, z. B. durch die Anlage eines Bahnhofes an dem
einen Ende der Stadt eintrat und der Verkehr eine andere Richtung
zewann. ‚Die Straßenbahnen werden vermutlich mehr und mehr zur
Entlastung des Innern der Stadt beitragen, die, wie die City von London,
immer ausschließlicher für Geschäftslokalitäten reserviert wird, während
die Wohnungen an die Peripherie oder darüber hinaus in die Vororte
verlegt werden. Die Werkstätten der größeren Industrie können aus
lem gleichen Grunde außerhalb der Stadt angelegt werden, wodurch
manche Preisverschiebungen in der Zukunft eintreten können.
Die folgenden Beispiele lassen erkennen, welche außerordentliche
Steigerung die Bodenpreise in neuerer Zeit in den Städten erfahren haben.
Sidney Webb schätzt die jährliche Steigerung des Grundwertes
von London auf 93 Mill, Mark. In Frankfurt a. M. wurde die Wertsteigerung
 von 1880—95 amtlich auf 60 % angenommen, in Karlsruhe
in 30 Jahren auf das 4—5 fache,
Humboldts Haus in Berlin kostete, ohne daß ein Umbau stattzefunden
 hatte:

1746 4350 Thlr. = 100
1796 28000 „= 643
803 35000 „ = 827
Ein Gewölbe für ein Schreiner- In Freiburg stiegen die nicht umzeschäft
 in Wien wurde vermietet: gebauten Häuser im Durchschnitt:

1750 für 24 Glan. = 100 yon 1755—64 = 109
1790 „ 36 „ = 150 „ 1810—19 = 412
1810 „ 7 „ = 312 „84049 = 837
1850 ,„ 300 „ = 1250 „ 1850—59 = 739
1859 „ 1200 „ = 5000 „ 860—70 = 1310
1862 1600 „: = 6660 » 87014 = 1724
Das Radziwillsche Palais in Berlin wurde 1738/39 gebaut,
1791 für 30000 Thlr. verkauft,
1795 „ 60000 »
1875 „ 2000000 N</div>
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