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        <title>Nationalökonomie</title>
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8 58. 
Der Wechseldiskont und der Wechselkurs. 
V. Sivers, Beitrag zur Geschichte und Theorie des Diskontes. Jahrbücher f. 
Nationalökonomie 1872, Ba. XIX. 
R. Maync, Der Diskont. Jena 1899. 
Diskont (engl. discount, ital.. sconto) bedeutet den Abzug von 
Prozenten des Nennwertes einer zu zahlenden Geldsumme und wird 
besonders angewendet auf den Abzug, den die Bank beim Ankauf des 
Wechsels für den Zins bis zum Fälligkeitstermin macht. Er bildet 
den Profit jenes ausgedehnten Bankgeschäftes des Diskontierens 
von Wechseln. 
Die Höhe des Diskonts ist für die Geschäftswelt natürlich von 
hoher Bedeutung. Bei einem niedrigen wird der Kaufmann ange- 
regt, sich Gelder von der Bank vorschießen zu lassen, um erweiterte 
Handelsgeschäfte zu machen. Bei einem hohen Diskont wird ihm 
dieses erschwert, weil er von seinem Gewinn einen größeren Teil für 
das Darlehen abgeben muß, wodurch ihm derselbe eventuell übermäßig 
vermindert wird. Auf der anderen Seite ist die Diskontopolitik für 
die großen Banken das wichtige Mittel, ihren Barvorrat zu regulieren 
und die Geschäftsthätigkeit im Lande entsprechend zu beeinflussen. 
Werden an die Bank zu große Anforderungen gemacht, werden ihr 
zu viel Barmittel entzogen, so daß ihr Metallvorrat im Vergleiche zu 
den aufgehäuften Wechseln oder den zirkulierenden Noten zu klein 
wird, so erhöht sie den Diskont und übt damit einen Druck auf die 
Nachfrage aus. Vielfach ist es namentlich in den letzten Dezennien 
vorgekommen, daß die großen Centralbanken den Diskont in die Höhe 
setzten, weil man begann Gold in das Ausland abzuführen, und die 
Bank dieses durch eine Verteuerung der Abgabe von Gold erschweren 
wollte. Auf der anderen Seite setzen die Banken den Diskont 
herunter, wenn sich bei ihnen zu viel Barmittel aufspeichern, die da- 
selbst tot liegen. Sie suchen durch einen niedrigen Zins den Verkehr 
zu ermutigen, größere Summen zur Spekulation zu verwenden, während 
sie mitunter sich veranlaßt sehen, wenn die Wogen der Spekulation 
zu hoch gehen, und man fürchtet, daß dieses zu einer wirtschaftlichen 
Krisis führen könne, die Diskonterhöhung als Warnungszeichen aufzu- 
stecken. Aber nur mehr ausnahmsweise gehen die Banken selbst- 
ständig in dieser Beziehung vor und bilden das leitende Agens. In 
den meisten Fällen werden sie durch die allgemeinen Konjunkturen 
geschoben und der Diskont ergiebt sich aus dem Konkurrenzkampfe 
auf dem Weltmarkte. 
Grundlage d. Die Höhe des Diskonts richtet sich im allgemeinen nach dem 
Diskonthöhe. Verhältnis von Angebot. und Nachfrage nach flüssigen Kapitalien. 
Wir sahen oben, daß die Banken in dem Depositenverkehre die Gelder 
aufnehmen, welche aus dem laufenden Geschäftsbetriebe stammen und 
eine vorübergehende Anlage suchen, und daß ebenso die Banken 
durch das Diskontieren von Wechseln ihren Kunden für laufenden 
Betrieb Vorschüsse machen. Bei dem Kaufmann, bei dem Fabrikanten 
und dem Landwirte erstreckt sich der Verkehr mit der Bank nur auf 
Anlage laufender Geschäftsgelder und auf Heranziehung derselben bei 
vorliegendem Bedarf, Es ist die in der Produktion thätige Kapital- 
masse, welche in die Bank hinein- und wieder aus ihr hinausfließt, 
sie ist es deshalb auch, welche bei der Bestimmung des Diskonts in</div>
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