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        <title>Nationalökonomie</title>
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      <div>m 301 —

schaftliche Fragen in den Vordergrund tritt, und in jener Älteren
Periode sich daher die Anfänge unserer Wissenschaft zeigen.
Damals wie jetzt, nur noch in einem höheren Maße, regte sich Das 16. und
die Opposition gegen die gesellschaftliche Organisation, den Staat und 19. Jahrdie
 Kirche, wie sie damals in der Bauernbewegung, gegenwärtig in der undert.
zozialdemokratischen, zu Tage trat. Die Notwendigkeit einer anderen
Organisation des Staates führte in jener Zeit der Beseitigung des Feudalstaates
 zur Ausbildung der absoluten Monarchie und im letzten Jahrhundert
 zu der Ausbildung des Konstitutionalismus.
Wie in jener Zeit die Geldwirtschaft zur allgemeinen Herrschaft
gelangte, so in dem 19. Jahrhundert die Kreditwirtschaft mit ihren tiefgreifenden
 Folgen.
Die Ausbildung des Beamtentums, dann der Soldheere nach Beseitigung
 der persönlichen Vasallendienste steigerten die Bedürfnisse
der Staatsgewalt in der außerordentlichsten Weise, so daß die Schwierigkeiten
 immer bedeutender wurden, die nötigen Summen zusammen
zu bringen. Theorie und Praxis gingen Hand in Hand, um die
besten Wege ausfindig zu machen, durch Hebung‘ des Volkswohlstandes
 die wachsenden Lasten der Bevölkerung erträglich zu machen,
weshalb gerade finanzwissenschaftliche Fragen in dem Mittelpunkte der
Diskussion standen. Gerade so wie gegenwärtig der wachsende Druck
der Heeresrüstungen als eine Kalamität der Zeit anzusehen ist, und
die dadurch verursachte Steuerlast immer neue Probleme zu lösen
giebt, so sahen sich damals wie jetzt die leitenden Staatsmänner genötigt,
 methodische Untersuchungen über die Quelle anzustellen, aus
welcher die Staatskasse ihre Mittel zu schöpfen hat; praktische Volkswirte
 und Männer der Wissenschaft traten ihnen dabei zur Seite, Mit der
Ausbildung des absoluten Königtums ging Hand in Hand die schärfere
Abgrenzung der einzelnen Länder gegeneinander, die Ausbildung des
Nationalbewußtseins und damit eine Verschärfung des Gegensatzes
zwischen den einzelnen Ländern, nicht nur in politischer, sondern auch
in wirtschaftlicher Hinsicht, wie das auch in der Gegenwart zu bemerken
 ist. Die Staatsgewalt fühlte sich in einem höheren Maße
verantwortlich auch für die innere Entwickelung des Landes und
zuchte sie nach allen Richtungen hin zu beeinflussen, just wie in den
letzten Dezennien.,
Das Reformationszeitalter ist zugleich das der epochemachenden
Erfindungen und Entdeckungen, wie das Zeitalter des Dampfes und
der Elektrizität. Es ist nur nötig auf die Erfindung der Buchdruckerkunst,
 des Pulvers, die Eutdeckung Amerikas aufmerksam zu machen.
Handel und Industrie gewannen damals einen außerordentlichen Aufachwung
 und internationalen Charakter, wenn auch freilich im Vergleich
 zu dem gegenwärtigen nur in bescheidenem Maße. Immerhin
erlangten sie eine bisher nicht gekannte Bedeutung für die Volkswirtschaft
 gegenüber der Landwirtschaft und nahmen deshalb die öffentliche
 Aufmerksamkeit besonders in Anspruch. Hiermit ging Hand in
Hand die Entwickelung des Kapitals, welches sich besonders in einzelnen
 Händen konzentrierte und dadurch in besonderer Weise durch
einseitige Ausbeutung eines Monopols Angriffe von allen Seiten auf
sich zog, wie die gegen die sogenannte Fuggerei, dem unsere Zeit die
mannigfaltigsten Beispiele zur Seite stellen kann. Man braucht nur
an die Trustbewegung zu denken.</div>
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