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        <title>Nationalökonomie</title>
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            <surname>Conrad</surname>
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      <div>— 316 — 
HAHAumes 
Geldtheorie, 
viele Jahre in dem regsten Austausch gestanden hat und daher unsere 
Beachtung in hervorragendem Maße verdient. Die Gesamtausgabe 
seiner Werke ist von Green und Große, London 1889 veranstaltet. 
Für uns sind besonders wichtig die 1752 erschienenen „Political dis- 
courses“, Er nimmt, man könnte sagen, eine moderne Stellung ein, 
indem er die Arbeitsamkeit als die Grundlage alles Reichtums hinstellt. 
Je größer der Arbeitsvorrat (stock of labor), um so größer auch die 
Macht und der Reichtum des Landes, Eben deshalb erkennt er auch 
die Produktivität des Gewerbebetriebes und des Handels neben der 
Landwirtschaft an, da in allen dreien die menschliche Arbeitskraft in 
der gleichen Weise wirkt. Besonders ausführlich behandelt er die Be- 
deutung des Handels für den Nationalwohlstand und räumt dabei dem 
auswärtigen Handel und dem Binnenhandel in dieser Beziehung die 
gleiche Wirkung ein. Er zeigt, wie die Landwirtschaft erst da zur 
Blüte gelangt, wo Manufakturen vorhanden sind, und hier der Binnen- 
handel notwendig als Mittelglied eintreten muß. Aus der Geschichte 
antnimmt er den Nachweis, daß wiederum vielfach und besonders in 
England der Handel mit dem Auslande der Entwickelung der Manu- 
Fakturen vorausgegangen ist und dieselbe erst angeregt hat. 
Eine besondere Beachtung hat Humes Lehre vom Gelde er- 
langt, ohne daß er darin als ganz originell anzusehen ist, ebensowenig 
wie seine Anschauungen als richtig anerkannt werden können. Im 
Gegensatz zum Merkantilismus faßt er das Geld hauptsächlich als 
Wertzeichen und Wertmaß auf, als Mittel zur Schätzung und Ver- 
zleichung von Waren und Arbeit. Er legt ihm deshalb eine unmittel- 
bare Bedeutung für den Volkswohlstand nicht bei, es ist ihm „kein 
Rad im großen Räderwerk des Verkehrs“, sondern das Oel, das die 
Bewegung der Räder erleichtert, und damit unterschätzt er unzweifel- 
haft die wirtschaftliche Bedeutung desselben. Er bleibt damit sogar 
‘inter Locke zurück, der den inneren Wert des Geldes in der darin 
anthaltenen Quantität Edelmetalles sucht, während Hume einfach 
beides identifiziert. In betreff des Geldwertes ist Hume Anhänger 
der schon älteren, bereits von Bodinus im 16. Jahrhundert aufge- 
stellten und auch von Locke vertretenen Quantitätstheorie. Das ge- 
3amte Quantum der in einem Lande existierenden Ware steht nach 
ihm der Gesamtheit des vorhandenen Geldes gegenüber, womit jene 
Waren gekauft werden können. Wird die Quantität des Geldes ver- 
mehrt, so wird dadurch die gesamte Kaufkraft desselben nicht ver- 
ändert, dagegen die jedes einzelnen Teiles, also jedes Geldstückes 
entsprechend verringert, bei einer Verminderung des Geldvorrates ent- 
sprechend gesteigert, während der gesamte Geldvorrat auch dann die- 
selbe Kaufkraft behält, so lange der Warenvorrat derselbe ist, der ihm 
gegenübersteht. "Trotz der darin liegenden Kinseitigkeit zeigen diese 
Lehren gegenüber den bisherigen einen außerordentlichen Fortschritt. 
8 94. 
Adam Smith. 
Hasbach, Untersuchungen über Adam Smith und die Entwickelung der poli- 
üischen Oekonomie. Leipzig 1891, 
Zeyfs, Adam Smith und der Eigennutz 1889. 
Leser, Der Begriff des Reichtums bei Adam Smith. 1874. 
Cliffe Leslie, The political economy of Adam Smith, in Essays in political 
and moral philosophy. 1879.</div>
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