23 3 a Tr n N r Bd 1 x 1 , wird. Guter Boden pflegt erfahrungsgemäss den Mehraufwand besser bezahlt zu machen, als leichter Boden. Ausserdem kann auch der Uebergang zu einem intensiveren Betriebe bei gleichen Preisen ete, Yorgenommen werden auf Grund von Fortschritten in der Wissen- schaft, Vervollkommnung in der Technik, verbesserter Organisation der Arbeit, wofür das letzte Jahrhundert schlagende Beweise geliefert hat. Man braucht nur an die verbesserte Düngung zu denken, be- sonders durch künstliche Düngmittel, infolge der Erkenntnis, worin die Dungkraft der einzelnen Materialien besteht, und auf der Feststellung durch die chemische Analyse, in welchen Gegenständen die Pflanzen- nährstoffe enthalten sind; dann an die verbesserte Ernährung der Tiere infolge der physiologischen Feststellung, was das Tier zur Fett- ablagerung, Milchsekretion ete. gebraucht, wieviel Protein- und Stärke- substanzen in den einzelnen Futtermitteln enthalten sind ; an die ratio- nelleren Fruchtfolgen auf Grund der Erforschung der Wachstumsbe- dingungen der Pflanzen, ihrer Aschenbestandteile und Ansprüche an den Boden. Dadurch ist es möglich geworden, dass in den ersten Dreivierteln des letzten Jahrhunderts die Reinerträge der Landwirtschaft weit stärker gestiegen sind, als.die Preise der landwirtschaftlichen Produkte, und auch in dem letzten Viertel das Niveau des Rein- zewinnes nicht in dem gleichen Masse gedrückt ist, wie das Preis- niveau, verschärft durch das Steigen der Löhne. So ist im allgemeinen lie Ricardo’sche Lehre, dass die mehr aufgewendeten Kosten einen immer grösseren Prozentsatz des Reinertrages absorbieren, auch in der Praxis zu beobachten. 8 7. Die Thünen’sche Lehre. | Aus dem oben Gesagten geht hervor, dass jeder Grad der In- tensität des Betriebes und damit jedes Wirtschaftssystem nur unter bestimmten natürlichen und volkswirtschaftlichen Verhältnissen den höchsten Reinertrag abwerfen wird, wenn dabei natürlich auch ein ge- wisser Spielraum bleibt. Es ist das grosse Verdienst des mecklen- burgischen Gutsbesitzers Heinrich von Thünen auf Tellow diesen Satz zuerst aufgestellt und wissenschaftlich begründet zu haben. Es geschah dieses in seinem Werke „Der isolierte Staat in Beziehung zu Landwirtschaft und Nationalökonomie“, Rostock 1826, zweite Auflage 1842. Er suchte in einer Abstraktion die Wirkung einer Preisver- änderung der Produkte auf das Wirtschaftssystem klar zu legen, indem er alle übrigen Faktoren, welche das wirtschaftliche Leben beein- Aussen, unverändert lässt, bis auf die Entfernung des Grundstückes vom Markte. Er nahm eine völlige Ebene mit gleichem Boden, ohne einen schiffbaren Strom, ohne Eisenbahnen und sonstige Kunststrassen als Untersuchungsobjekt an, in ihrer Mitte einen einzigen Marktort, der allein die Ueberschüsse der Landwirtschaft aufnimmt, während das Land durch eine Wüste von dem Verkehr mit anderen "Territorien abgeschlossen ist. Unter solchen Verhältnissen werden nun, wie er Aeigt, in dem ganzen Lande die Preise der landwirtschaftlichen Pro- dukte gleich denen in der Stadt sein, nach Abzug der Transportkosten vom Produktionsorte nach der Stadt. Je grösser die Entfernung vom Chünens iso- jerter Staat.