97 Se AN rt. N 6 at Y Li is ft "o > km 1, Be > n Bi ıt 1 Ir S nn e 8 ‚e e r A 11 "7 3 e © a n Thünenschen Staates, durch den man die modernen Verkehrsstrassen sich hindurchziehen lässt. | So lässt sich auch die gegenwärtige landwirtschaftliche Depression in dem kultiviertesten Teil Europas leicht erklären. Durch die Eisen- bahnen und den verbesserten Seetransport sind überseeische Länder Amerika, Indien, Australien, die bis dahin in dem äussersten Thünen- schen Kreise lagen, für den Weltmarkt erschlossen und sind zu den Hauptgetreidelieferanten, also in den nächstnäheren Kreis hineingerückt. Damit ist das bisherige Monopol der Inhaber nordwesteuropäischer Getreidebaudistrikte gebrochen und sie sind gezwungen entweder zu “ner grösseren Intensität überzugehen, sich dem Zentrum zu nähern, Oder eine ganz extensive Wirtschaft zu acceptieren. Wir standen eine Zeit lang in dieser letzteren Gefahr, sie scheint uns aber überwunden zu sein. Ganz ähnlich wie die Entfernung vom Marktorte wirkt nun die Entfernung der Aecker vom Hofe, denn das Hin- und Herziehen von Menschen und Tieren zur Bestellung, Saat und Ernte schliesst grosse Zeit- und Kraftverschwendung in sich, so dass unter unseren Verhält- Mıssen schon bei anderthalb Kilometer Entfernung, bei sehr gutem Boden bei drei Kilometer, der Reinertrag durch die erhöhten Betriebs- kosten absorbiert wird. Je höher die Löhne, je niedriger die Pro- duktenpreise, um so empfindlicher wird die Entfernung wirken, und um so früher werden jene entlegenen Felder rationeller Weise nicht Mehr bewirtschaftet werden können. Hierin liegt es, dass in der neueren Zeit die sehr umfangreichen Güter keine angemessenen Erträge mehr abzuwerfen vermögen. Namentlich stellt es sich heraus, dass die Umwandlung von Forstflächen in Acker, die in den Zeiten hoher Preise in den sechziger und Anfang der siebziger Jahre durchgeführt wär, sich in der neueren Zeit nicht mehr bezahlt macht und die Äecker der Aufforstung wieder anheimfallen müssen. Darauf ist auch zurückzu- führen, dass in der neueren Zeit so viele grosse Güter im nordöstlichen Preussen zerschlagen werden. Die grossen Betriebe mit entfernt ge- legenen F eldern vermögen mit den kleinen, wohlarrondierten Bauern- gütern in der Regel nicht mehr zu konkurrieren. Auf der anderen Seite müssen die entlegenen Felder extensiver bewirtschaftet werden, als die nahe gelegenen, um vor allem Arbeitskosten zu ersparen. Eine Grundsteuer und eine Erhöhung des Arbeitslohnes, über- haupt alles, was die Produktionskosten erhöht und nur einen Kreis des in Betracht kommenden Staates trifft, wirkt wie eine Entfernung vom Markte. Wenn also in dem Kreise der Wechselwirtschaft die Arbeiter knapp und teuer werden, so können sich trotz der Gunst der Lage die betreffenden Landwirte genötigt sehen, die Dreifelderwirt- Schaft einzuführen, um Arbeitskräfte zu sparen. Thatsächlich ist dieses in der Umgegend einzelner Fabrikstädte, wenigstens vorüber- xehend, geschehen, und man befürchtete es allgemeiner in der neueren Zeit bei uns infolge des Arbeitermangels und der Lohnsteigerung. Indessen haben sonstige Fortschritte in der Landwirtschaft diese Ge- fahr abzuwenden vermocht. .. Diesen Momenten, welche einer Entfernung vom Markte gleich Wirkend sind, stehen nun eine Menge anderer gegenüber, welche im Gegenteile einer Annäherung an den Marktort gleichkoummen. Es liegt Antfernung om Hofe. Wirkung von Steuer und Lohnhöhe.