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        <title>Volkswirtschaftspolitik</title>
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(S. 8 44), Das Publikum hat selbstverständlich das Recht, und man 
wird es volkswirtschaftlich als angemessen anerkennen müssen, den 
Zwischenhandel auszuschliessen und den Bedarf direkt von dem Pro- 
duzenten zu beziehen, um den bisherigen Profit der Händler sich selbst 
vorzubehalten, wo dies thunlich ist. Denn nur der Händler hat seine 
Berechtigung, der etwas besonderes leistet, und dadurch der Volkswirt- 
schaft etwas erspart. 
Die gleiche Berechtigung wie die Konsumvereine, sowohl die 
kleinen der Arbeiter einer Fabrik, wie die grossen Beamtenvereine, 
haben auch die modernen Grossbazare oder Grossmagazine (S. Mataja, 
Grossmagazine und Kleinhandel), welche allerdings den kleinen Kauf- 
leuten erhebliche Konkurrenz machen und eine ganze Anzahl kleinerer 
und mittlerer Händler verdrängen. Sie bilden aber eine neue Form, 
die imstande ist, nach manchen Richtungen hin, mehr zu leisten als 
die kleinen Geschäfte, und deshalb neue volkswirtschaftliche Aufgaben 
zu erfüllen. Es giebt hier zwei Kategorien, Die einen betreiben nur 
den Engrosumsatz, die anderen verkaufen im Detail. Die ersteren 
waren besonders in England, in London, Manchester und andern grossen 
Städten in den sechziger Jahren mit einem enormen Kapitale entwickelt, 
wie z. B. das Geschäft von Watson in Manchester, welches alle Gegen- 
stände der Textilindustrie in einem ein ganzes Strassenviertel umfas- 
senden Magazin konzentrierte, und nur im Grossen an Kaufleute ver- 
kaufte. Ein ebensolches Unternehmen blüht noch jetzt in Chicago von 
Marshal Field, der nebeneinander ein Grossmagazin und einen Detail- 
bazar hält. Als ausschliessliche Detailmagazine sind dagegen das Grand 
Magazin du Louvre, Au Printemps in Paris, Wannemaker in Phila- 
delphia, Cooper &amp; Seagle in New-VYork, schliesslich Wertheim und 
Tietz in Berlin zu nennen. Die Eigentümlichkeit derselben liegt darin, 
dass sie dem Publikum die grösste Auswahl und die beste Gelegenheit 
zu allseitiger Vergleichung der Bedarfsartikel bieten und zugleich durch 
das Feilhalten der mannigfaltigsten Artikel dem Publikum Zeit ersparen, 
indem es an derselben Stelle den vielseitigsten Bedarf decken kann. 
Sie sind in der Lage, viele Gegenstände weit billiger abzugeben als die 
kleinen Händler, weil sie die Waren im Grossen beziehen und bar be- 
zahlen, wie sie ihrerseits nur gegen bar Waren abgeben. Wird ihnen 
von einer Fabrik ein Muster vorgelegt, das sie als besonders dem Zeit- 
geschmack entsprechend ansehen, so bestellen sie so bedeutende Quanti- 
täten davon, dass die Fabrik Monate lang in der gleichen Weise be- 
schäftigt ist und sich deshalb mit exceptionell niedrigen Preisen be- 
ynügen kann. Dadurch ist das Magazin imstande, seinerseits die 
Preise so niedrig zu stellen, dass die Ware in Kreisen Aufnahme und 
Verbreitung findet, die bis dahin davon als zu kostspielig keinen Ge- 
brauch machen konnten. Die Grossmagazine können mit verhältnis- 
mässig geringeren Mitteln grosse Reklame machen und sich dadurch 
orösseren Absatz verschaffen als kleine Händler. Sie erweitern des- 
halb vielfach den Absatz und befruchten damit wiederum die Industrie. 
Dass damit zugleich mitunter Verleitung zu unangemessenem Luxus 
stattfindet, ist nicht zu leugnen, doch ist das doch nur im Ueber- 
gange der Fall. Da diese Grossmagazine nur Massenartikel an die 
Massen abgeben, von einer jeden feineren Individualisierung Abstand 
nehmen müssen, so sind ihre Aufgaben durchaus begrenzte und somit 
5rossbazare.</div>
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