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        <title>Finanzwissenschaft</title>
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            <forname>Johannes</forname>
            <surname>Conrad</surname>
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      <div>4. Die parlamentarische Kontrolle ist bei dieser Art des Erwerbes
mn besonderer Weise erschwert, was nur zum Teil durch die Presse
zusgeglichen werden kann. .
Je höher entwickelt die ganze Volkswirtschaft ist, und je kompli-‚ierter
 der betreffende Betrieb sich erweist, um so mehr treten die
Nachteile in den Vordergrund. Sie müssen besonders bei der Neuanführung
 eines Monopols fühlbar sein, dagegen werden sie weniger
ampfunden, wenn dasselbe schon längere Zeit bestanden hat, und die
wirtschaftliche Tätigkeit und die Gewohnheiten der Bevölkerung sich
lemselben angepaßt haben.
Nach allem werden Finanzmonopole an und für sich als große
Uebel anzusehen sein, zu denen man nur im Notfalle seine Zuflucht
aehmen darf, wenn nur auf diese Weise die nötigen Summen zusammen
zebracht werden können, und andere Wege noch größere Härten und
Unzuträglichkeiten mit sich führen. Solche Verhältnisse treten allerlings
 in neuerer Zeit bei dem enormen Anwachsen der Ansprüche an
lie Staatskasse hier und da ein, so daß die Wiedereinführung von
Monopolen auch dort bereits angestrebt wird, wo sie bisher unbedingt
ınd mit Recht verworfen wurden. .
In Gemeinden sind Monopole aus Finanzrücksichten kaum anwendbar,
 gleichwohl liegen Beispiele aus früherer Zeit vor, indem
ine Monopolisierung einzelnen Gemeinden durch die Staatsgewalt einzeräumt
 wurde, Auch in der neueren Zeit ist ein solches Beispiel in
dem Gothenberger System zu erwähnen, wo der Gemeinde allein das
Recht des Ausschankes alkoholischer Getränke vorbehalten ist. Die
dafür konzessionierten Restaurateure dürfen keinen Profit nehmen;
die nicht unbedeutende Preiserhöhung kommt der Gemeindekasse
oder bestimmten Wohltätigkeitszwecken ausschließlich zugute. Hierbei
überwiegt allerdings der polizeilich pädagogische Gesichtspunkt den
finanziellen.</div>
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