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lichkeit stehen aber derselben große Schwierigkeiten entgegen, die niemals
 ganz zu überwinden sind. .
1. Können viele ihr Einkommen nicht angeben, weil sie es nicht
wissen, Nicht nur der Arbeiter, sondern auch der kleine Handwerker,
der Bauer, Beamte und manche andere geben sich sehr allgemein gar
keine Rechenschaft über ihre Jahreseinnahmen und -ausgaben, sondern
leben aus der Hand in den Mund. Auch bei großen Unternehmungen
mit fortdauernden Schwankungen der Reinerträge, wie bei Gutsbesitzern,
Fabrikanten, Kaufleuten, Bankiers, ist es schwierig, das Einkommen
korrekt festzustellen.
2. Wollen die meisten ihr Einkommen nicht augeben,. und dies
fällt schwer ins Gewicht. Die Abneigung, dem Staate zu geben, was
ihm gebührt, die Furcht. mehr zu geben als Andere, die (Heheimniskrämerei
 aus Scheu, Andere einen Einblick in die eigenen Einkommensund
 Vermögensverhältnisse tun zu lassen, sind allgemein verbreitet.
3. Tritt die Unmöglichkeit einer genauen Ermittelung der Einkommensverhältnisse
 für einen Außenstehenden hinzu, also für die Behörden.
 Die Schätzungen durch Kommissionen haben sich allgemein
als trügerisch und unzureichend herausgestellt.
Infulge dieser Schwierigkeiten ist es nicht möglich, durch eine
einzige allgemeine Einkommensteuer zum Ziele zu gelangen, wie die
Erfahrung allgemein gezeigt hat. Man sieht sich vielmehr genötigt,
ein System von Steuern zu konstruieren, welche sich gegenseitig
ergänzen und dasselbe Objekt von verschiedenen Seiten erfassen.
Es tritt aber noch ein 4. Punkt hinzu, nämlich daß der Staat wohl
sagen kann, wer die Steuer zahlen soll, aber nicht genau bestimmen
kann, wer sie tragen wird, und deshalb ist auch die Frage der
VUeberwälzung der Steuern zu erörtern. ;
Jeder Steuerzahler hat das natürliche Streben, die Steuerlast abzuwälzen.
 Wie weit nun die Möglichkeit dazu vorliegt, ist verschieden
beurteilt. Die Freihandelsschule, dann J. G. Hoffmann, Lorenz
von Stein, von praktischen Staatsmännern Thiers und Bismarck,
nahmen an, daß eine jede Steuer abgewälzt werden kann und tatsächlich
 fortdauernd abgewälzt wird. Der Verkehr bietet nach dieser
Auffassung dazu fortdauernd Gelegenheit, da die Steuer als ein. Teil
der Produktionskosten anzusehen ist und überall in den Preisen zum
Ausdruck kommt. Der volkswirtschaftliche Umsatz bewirkt daher, daß
die Last zu allgemeiner angemessener Verteilung gelangt. Wer am
meisten überbürdet ist und den Druck empfindlich spürt, strengt sich
um so energischer an, das Uebermaß auf andere Schultern zu übertragen,
 so daß, je länger die Steuer besteht, sie sich um so mehr allen
Verhältnissen anpaßt und am leichtesten getragen wird. Mit andern
Worten: die alte Steuer ist die beste.
Auf der andern Seite stehen Eisenhart, Held, Adolf Wagner,
 welche nur die indirekten Steuern für abwälzbar halten, die
direkten dagegen nicht. Uns will scheinen, daß beide Auffassungen
an Kinseitigkeit leiden; vielmehr ist im einzelnen Falle die Wirkung
nur selten vorher genau zu bestimmen, denn die Abwälzung ist eine
Machtfrage, und es ist keineswegs leicht festzustellen, welcher Teil
der sich gegenüberstehenden Parteien nach Auflegung der Steuer die
Uebermacht haben wird und infolgedessen die Abwälzung bewirken
kann. Kaizl meint, nur eine ungleiche Steuerbelastung führe zur Abwälzung,
 die Ungerechtigkeit werde tief empfunden und sporne zu
Conrad, Grundriß der polit. Oekonomie. IM. Teil. 4. Aufl. ’