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muß Salz konsumieren; ja es ergab sich, daß die unteren Klassen mehr
verbrauchen, als die besser situierten; die Steuer schließt deshalb eine
große Ungerechtigkeit in sich.
Wenn außerdem die Befürchtung ausgesprochen ist, daß die
Verteuerung des Salzes gesundheitswidrig wirken kann, so ist das
bei dem Kochsalz nicht anzunehmen, da der Preis desselben immer
noch so niedrig bleibt, daß schwerlich jemand, um daran zu sparen,
zu wenig an die Speisen tut. Die Steuer beträgt in Deutschland
pro Kopf und Jahr 90 Pf., in Frankreich 20 Pf. Dagegen fällt die
Steuer für das Vieh- und Gewerbesalz mehr ins Gewicht, welche deshalb
 in der neueren Zeit auch immer allgemeiner aufgegeben ist. Dies
wirkt um so bedeutsamer in den Ländern mit reichen Salzlagern, die
jadurch eine erweiterte Ausnutzung erfahren haben.
Für die Salzsteuer ist vor allem angeführt, daß sie bei mäßiger
Höhe von der Bevölkerung nicht sehr empfunden wird, weil sie im
Laufe eines Jahres nur eine unbedeutende Summe ausmacht und in
ganz kleinen Raten gezahlt wird. Aber eine Arbeiterfamilie, die einen
Zentner Salz im Jahre gebraucht, zahlt immerhin 6 Mk. Steuer in
Deutschland, das sind bei einem Einkommen von 900 Mk. zwar nur
2, %; zieht man aber das Existenzminimum ab, welches mindestens
auf 600 Mk. zu veranschlagen ist, so sind das schon 2°%, durch diese
eine Steuer. Bei einer starken Familie kann sich der Betrag leicht
auf 3% und mehr erhöhen.
Man hat ferner betont, daß die Steuer nur als eine Ergänzung
zu den anderen aufzufassen sei, um auch die ärmeren Klassen zu einer
gewissen Steuerzahlung heranzuziehen; und wenn die niedere Bevölkerung
 im übrigen von der Besteuerung frei bleibt, so würde sie hierdurch
 nur angemessen getroffen. Aber man hat im Auge zu behalten,
daß eben auch alle diejenigen zur Steuerzahlung gezwungen werden,
die nur das Existenzminimum beziehen, und diese Härte ist nicht aus
der Welt zu schaffen, Da außerdem, wie sich zeigen wird, aus schutzzöllnerischen
 Rücksichten die Belastung sonstiger Konsumtionsartikel
der unteren Klassen nicht zu vermeiden ist, so führt die Salzsteuer
eben zu einer Ueberlastung des am wenigsten leistungsfähigen Teils
der Bevölkerung.
Der wahre Grund, weshalb noch so allgemein die Salzsteuer verbreitet
 ist, liegt in den erheblichen Einnahmen, welche der Staat bei
dem ausgedehnten Gebrauche des Salzes auch bei einer mäßigen Auflage
 erreichen kann, während sich die Erhebung wie die Kontrolle
an verhältnismäßig wenigen Produktionsstellen mit geringen Kosten
durchführen läßt.
Die Besteuerung geschieht in der Form teils eines Monopols,
teils der Fabrikatsteuer. Das Monopol kann sein: Produktionsoder
 nur Handelsmonopol, je nachdem der Staat sich die Produktion
 selbst ausschließlich vorbehält, wobei allerdings auch Privatunternehmungen
 konzessioniert werden können, oder, indem er die
Produktion zwar freigibt, aber sich das Vorkaufsrecht für alles fabrizierte
 Salz vorbehält und allein den Verkauf für eigenmächtig bestimmten
Preis wenigstens im Engrosverkehre in die Hand nimmt.
Beide Monopole sind verhältnismäßig leicht durchzuführen, da die
Produktion sich auf wenige Unternehmungen zu beschränken pflegt.
In Frankreich bestehen nur 22 selbständige Betriebe, in Deutschland
 14 Salzbergwerke, 64 Salinen und 14 Fabriken. Der Staat kann