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werden dürfen. Wenn in solcher Weise der Profit nicht einzelnen Personen,
 sondern der Gesamtheit der unteren Klassen zugute kommt, von
denen die Summen hauptsächlich herstammen, kann am leichtesten auch
eine Verteuerung des Branntweins herbeigeführt werden, ohne eine
allgemeine Verbitterung in diesen Kreisen hervorzurufen, und durch
das ganze Verfahren kann die energische Bekämpfung des Alkoholismus
durchgeführt werden, wie Schweden und Norwegen bewiesen haben.
In dem ersteren Lande ist das System in 83 von den 92 Städten des
Reiches durchgeführt. Doch war die Handhabung in letzter Zeit eine
laxe. In Norwegen ist 1894 durch Gesetz den Gemeinden das Recht
eingeräumt, durch Abstimmung, an der die Frauen teilnehmen, zu entscheiden,
 ob die Aktiengesellschaften bestehen bleiben sollen oder nicht.
Bei letzterer Entscheidung ist jeder Detailverkauf und Ausschank von
Branntwein verboten. (Helenius, Die Alkoholfrage. ‚Jena 1908.)

S 49,
Zuckersteuer.
Paasche, Die Zuckerproduktion der Welt. Leipzig 1905.
v. Lippmann, Geschichte des Zuckers, Leipzig 1890.
J. Wolf, Zur Zuckersteuer. Tübing. Zeitschrift 1882 u, Finanzarchiv, Bd, III.
G. J. Görz, Handel und Statistik des Zuckers. Berlin 1884.
Brückner. Zuckerausfuhrprämien und der Brüsseler Vertrag, Jahrb. f, N ationalök.
1902, Bd. XXL.
d’Aulnis, Die Zuckerfrage in den Parlamenten Europas. Jahrb. f. Nationalök.
1903. Bd. XXVY

Ursprünglich kam der Rohrzucker allein in Frage, und der Bau
des Zuckerrohres zur Erzielung des süßen Saftes ist in Indien und
Persien schon lange vor Christi Geburt üblich gewesen. Die Herauskristallisierung
 des Zuckers aus dem Safte ist zuerst gleichfalls schon
vor diesem Zeitpunkt in Aegypten geübt worden. Die Rübenzuckerfabrikation
 im großen ist dagegen, wie bekannt, neueren Datums. Die
Gewinnung des Zuckers aus den Rüben wurde 1747 in Deutschland
von dem Chemiker Markgraf erfunden, aber erst im 19. Jahrhundert
durch Karl Achard im großen durchgeführt, der auf dem Gute
Kuhnern in Schlesien eine Zuckerfabrik einrichtete und 1809 in einer
Schrift sein Verfahren beschrieb und empfahl (Ueber die Rübenzuckerfabrikation
 in Europa). Die Schrift fand sehr allgemeine Beachtung,
weil sie in einer Zeit erschien, wo infolge der Kontinentalsperre die
Preise des Zuckers außerordentlich in die Höhe getrieben waren,
Napoleon selbst veranlaßte in Frankreich die Gründung von Zuckerfabriken
 als Mittel, um sich von England und seinen Kolonien unabhängig
 zu machen. Nach der Aufhebung der Kontinentalsperre konnten
aber zunächst die Fabriken mit dem Rohrzucker nicht konkurrieren.
Unter dem Schutze eines bedeutenden Zolles erneuerte man indessen
die Versuche in Deutschland, wie namentlich in Frankreich und auch
in Oesterreich. Die Entwicklung ging so rapide vor sich, daß in
Frankreich im Jahre 1836 in 466 Fabriken 490000 Zentner Rübenzucker
 erzeugt wurden, in Deutschland in 122 Fabriken 14.000 Doppelzentner.
 Den Regierungen war diese Entwicklung durchaus unbequem,
da sich in der gleichen Weise die Einnahmen aus dem Zuckerzolle
verminderten. Man ging deshalb in Frankreich eine Zeitlang damit
um, die Rübenzuckerfabrikation einfach zu verbieten, da zugleich die
Kolonien sich über die Konkurrenz beschwerten, Schließlich zog die