Es ergibt sich aus diesen Zahlen, daß die Zuckerproduktion beider
Arten in den letzten Dezennien außerordentlich gestiegen ist, zugleich,
daß der Rübenzucker allmählich den Rohrzucker auf dem Weltmarkte
überflügelt hat. Doch ist in den letzten Jahren trotz des Daniederliegens
 der Kultur auf Cuba die Rohrzuckerproduktion in erheblicher
Steigerung begriffen, so daß die Ueberlegenheit des Rübenzuckers noch
keineswegs dauernd gesichert erscheint. Vielmehr hat er sich noch auf
harte Kämpfe gefaßt zu ‚machen,
Die Produktion des Rohrzuckers in den Tropen wird begünstigt
durch den großen Zuckergehalt des Rohrs und die Billigkeit des
Bodens; erschwert dagegen durch die Höhe des Zinsfußes, die teure
Arbeit, den Mangel an Brennmaterial und ganz besonders durch die
Kostspieligkeit der Maschinen und ihrer Bedienung, sowie die Schwierigkeit
 der Reparaturen. Durch eine allgemeinere Anwendung des
Diffusions- statt des Preßverfahrens, um den Zucker herauszuziehen,
sowie durch sehr große Zerkleinerungsmaschinen, kanu der bisherige
bedeutende Verlust an krystallisationsfähigem Zucker im Rohre erheblich
 vermindert werden; und die Möglichkeit einer gewaltigen Ausdehnung
 des Anbaues des Rohres wie des Fabrikbetriebes unterliegt
keinem Zweifel, wenn auch augenblicklich die Preise kaum ausreichen,
um die Kosten der Herstellung in Westindien zu decken, und die
Kaffeeplantagen größere Erträge abwerfen. Der Rübenbau wird dagegen
besonders erschwert durch das Steigen des Grundwertes und des Arbeitslohnes,
 da bedeutende Handarbeit bei demselben nicht zu entbehren ist.
Der Zuckerkonsum ist in der neueren Zeit außerordentlich gestiegen,
hat aber kaum mit der Produktion Schritt halten können, so daß dadurch
 ein erheblicher Druck auf die Preise ausgeübt ist. Man berechnete
den Zuckerkonsum in Deutschland 1836 auf 2,4 kg pro Kopf der
Bevölkerung, 1870 6,6 kg, 1880/81 6,89 kg, 1890/91 9;5, 1894/95 10,7,
1897/98 11,8 kg, in den folgenden Jahren: 12.4, 13,7, 12,3, 11,6, 12,5.
1903/4 aber 17,2 kg. Dagegen wird er für Mitte der neunziger Jahre:
in England auf 33,1 kg
„ den Vereinigten Staaten „ 23,3
„ der Schweiz „» 162
‚ Frankreich » 142
, Holland x 3
‚ Jesterreich-Ungarn »„ 68
„ Norwegen „62
„ Schweden „24
„ Rußland A)
„ Ltalien „838.1

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veranschlagt,
Der Zucker ist unzweifelhaft als ein gutes Steuerobjekt anzusehen.
Zwar hat er sich, wie obige Zahlen ergeben, mehr und mehr zu einem
Konsumartikel auch der großen Masse der Bevölkerung emporgearbeitet,
 er hat aber als solcher bis jetzt keine hohe Bedeutung und
wird in den wohlhabenderen Kreisen in relativ weit größeren Quantitäten
 verbraucht, als in den ärmeren. Er ist bis jetzt nur als Genußmittel,
 nicht aber als notwendiges Nahrungsmittel anzusehen, Neuere
Versuche haben allerdings ergeben, daß der Zucker in hohem Maße den
Körper bei intensiver Anstrengung stärkt und eingebüßte Kräfte zu ersetzen
 vermag, während er zugleich äußerst leicht resorbiert wird, so daß
er sich gerade zur Ernährung der physischen Arbeiter besonders eignet.
Es ist aber die Unterscheidung zu machen, ob der Zucker zum un-&amp;


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