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denen aus der Zahl der ausgegebenen Nummern eine vorher bestimmte
Anzahl mit vorher bestimmten Gewinnen gezogen wird, während die
übrigen Nummern Nieten enthalten. Der Staat bezieht einen Anteil,
indem von den für den Verkauf der Lose eingekommenen Beträgen
nach Abzug der Verwaltungskosten nur ein Teil als Gewinne ausgesetzt,
 ein Teil dagegen ihm überwiesen wird. Durch verhältnismäßig
hohe Preise der Lose, die wiederum nur in Vierteilen ausgegeben
werden (zu 100 Mk. für 5 Ziehungen in einem halben Jahre), sucht man
in Deutschland die ärmere Klasse von dem Spiele fern zu halten, doch
wird dieses Bestreben durch ein Eintreten von Zwischenhändlern, die
kleine Anteile an Losen verkaufen, vereitelt.
Ungleich schädlicher ist das Zahlenlotto. Es soll dadurch entstanden
 sein, daß in Genua alljährlich von 90 Senatoren 5 in einen
besonderen Ausschuß gewählt wurden, und man nun allgemeiner zu
wetten begann, welche von den Senatoren aus der Urne herauskommen
würden. In derselben Weise gestattet die Lotterie, daß man sich 5 Nummern
unter 90 auswählt, und 5 Nummern werden von dazu bestimmten Personen
‘meist Waisenknaben) am Ziehungstermine gezogen. Fallen von diesen 2 mit
den gesetzten zusammen, so hat der Betreffende eine Ambe gewonnen,
die in Italien mit dem 240 fachen des Einsatzes belohnt wird. Fallen
drei Nummern zusammen, so ist es eine Terne, welche das 4800 fache des
Einsatzes einbringt, eine Quarterne gewinnt das 64 000 fache. Der Profit
des Staates liegt darin, daß nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung die
Ambe mit dem 400 fachen zu bezahlen wäre, die Terne mit dem
6000 fachen, die Quarterne mit dem 500000 fachen, während, wie angegeben,
 der gezahlte Gewinn weit niedriger ist. Die ganze HKinrichtung
 wirkt dadurch so außerordentlich schädlich, daß jeden Sonnabend
 eine Ziehung stattfindet, und auch ganz kleine Einsätze anzenommen
 werden. In Italien kann man beobachten, in welch verderblicher
 Weise die Spielleidenschaft in der Bevölkerung durch das
Lotto angeregt und unterhalten wird, da die Bevölkerung auf den
Glücksfall hoffend der soliden Arbeit entfremdet wird, und sehr be-Jdeutende
 Summen, die richtiger in die Sparkassen gehörten, der
Lotterie zugeführt werden. Der mitunter angeführte Vorteil, daß dadurch
 laufende Einnahmen zur Kapitalisation gebracht würden, ist
um so geringer zu veranschlagen, als heutigentages die Kapitalisation
in völlig ausreichendem Maße in den Kulturstaaten vor sich geht; vielfach
 sogar in höherem Maße, als es wünschenswert ist. Außerdem
finden die als Gewinne zufallenden Kapitalien sehr häufig eine falsche
Verwendung.
Nach allem unterliegt es keinem Zweifel, daß die Aufrechterhaltung
der Staatslotterien sich nicht rechtfertigen läßt. Sie finden wohl hauptsächlich
 nur noch statt, entweder um die bisher dabei beschäftigten
Kollekteure nicht um ihren Erwerb zu bringen, oder weil man fürchtet,
sich durch die Abschaffung bei der Bevölkerung mißliebig zu machen,
die auf das Spiel nicht verzichten mag. Eine allmähliche Erhöhung der
Preise der Lose, sowie eine Verminderung der Ziehungen können hier
allmählich zur Beseitigung führen.
In Preußen war 1904/5 die Bruttoeinnahme 91,6 Mill., die Ausgaben
beliefen sich auf 82,5 Mill., so daß ein Nettoertrag von etwa 9,1 Mill.
anzunehmen ist, In Italien dagegen rechnete man 1905 auf 70,0 Mill.
L. Einnahme und 40,4 Mill. L. Ausgabe, Ueberschuß 29,6 Mill. L., in
Desterreich schätzte man 1904 den letzteren auf 9,5 Mill. Gld. In