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abgesehen von den Salzwerken, mit 15,6 Mill. Kr., sodaß kein
Ueberschuß für die Staatskasse verblieb. In Rußland sind die Roheinnahmen
 auf 74,9 Mill. Rubel veranschlagt. Die Ausgaben sind nicht
genau auszuscheiden, doch ist die Nettoeinnahme auf mindestens
45 Mill. Rubel anzunehmen.
Staatsfabriken, z. B. Porzellanfabriken in Preußen, Sachsen
und Frankreich, Gobelinfabrik in Frankreich, Mosaikfabrik in
Italien usw. sind von Bedeutung zur Förderung der Kunst, pflegen
aber keine oder nur ganz geringe Ueberschüsse zu liefern. Die Staatsdruckereien
 haben unmittelbaren Staatszwecken und gleichfalls
künstlerischen zu dienen, die Staatsbanken dagegen allgemeine volkswirtschaftliche
 Aufgaben zu erfüllen, sodaß die finanzielle Seite ganz
zurücktritt. (S. Grundriß I, 5. Aufl., S. 192.) Immerhin erhielt das
Reich nach dem Geschäftsbericht der Reichsbank von 1905 in diesem
Jahre %/, des Reingewinns 14,3 Mill., von der Notensteuer 1,6 Mill.,
zusammen 15,9 Mill. Mk.

S 69.
Die Staatseisenbahnen.
Fleck, Studien zur Geschichte des preußischen Eisenbahnwesens, Archiv für
Eisenbahnwesen, 1897.
Cohn, System der Nationalökonomie, Bd. III, Nationalökonomie des Handels
ınd Verkehrswesens, Stuttgart 1898, S. 870 ff.
Eder, Die Eisenbahnpolitik Oesterreichs. Wien 1897.

In der neueren Zeit hat der Staatsbetrieb finanziell besonders durch
die Ausbildung des Staatseisenbahnwesens an Bedeutung gewonnen.
Die Frage, ob Staats- oder Privatbahnen vorzuziehen sind und
aus welchen Gründen, ist im Grundriß II, $ 48 ausführlich behandelt.
Ausschlaggebend sind tatsächlich die volkswirtschaftlichen Gründe.
Aber auch aus finanziellen Gründen wird für eine große Zahl von
Staaten das Staatsbahnsystem zu befürworten sein. Die Erfahrung vor
allem in Deutschland hat genugsam bewiesen, daß sich der Bau
wie der Betrieb durch den Staat durchaus bewährt. Da außerdem die
für allgemeine Staatszwecke verbleibenden Summen sehr beträchtliche
sind und nach allmählicher Tilgung der KEisenbahnschuld noch bedeutender
 sein werden, so ist die Erleichterung der Staatskasse dadurch
sehr hoch zu veranschlagen. Von freihändlerischer Seite wird nun
verlangt, daß die Staatseisenbahn nur das volkswirtschaftliche Interesse
im Auge behalten und auf eine finanzielle Verwertung nur nebensächlich
 Rücksicht nehmen solle, Das ist unter unseren geschraubten
Verhältnissen ein durchaus falscher Anspruch, da die Last der bedeutenden
 Summen, die durch Eisenbahnen für allgemeine Staatszwecke
disponibel gemacht werden und die sonst durch Steuern aufgebracht
werden müßten, in dieser Form sehr viel leichter von der Gesamtheit
getragen wird, als es durch die entsprechende Vermehrung der Steuerlast
 geschehen würde, so lange die Einnahmen zu erzielen sind, ohne
die Tarifsätze so zu erhöhen, daß der Verkehr dadurch erheblich behindert
 wird. Hier das richtige Mittelmaß zu finden, ist eine rein
praktische Aufgabe des betreffenden Ministeriums.
Das Staatseisenbahnwesen hat die größte Ausdehnung neuerdings
in Deutschland gewonnen, wo zunächst das gemischte System
akzeptiert wurde, und hauptsächlich die Erfahrungen des deuntsch-