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Die Aufgaben der Kommunalbesteuerung für die
Zukunft.

Sahen wir, daß die Ansprüche an die Leistungen des Staates in
der neueren Zeit außerordentlich gestiegen sind, so ist dieses in betreff
der Kommunen, namentlich der großen Städte in noch höherem Maße
zu sagen. Sind bei dem Staate die Leistungen durch die wachsenden
Lebensansprüche der Einzelnen wie der Gesamtheit in dem sozialen
Zusammenleben schon wesentlich komplizierter geworden, so kommen hier
noch alle diejenigen hinzu, welche von der medizinischen Wissenschaft im
Interesse der Förderung der Gesundheit verlangt werden. Zeigen die
großen Städte, die man bezeichnend die Wasserköpfe des sozialen Körpers
genannt hat, durch das gedrängte Zusammenleben der Massen wachsende
Gefahren für das leibliche Wohl der Bevölkerung, so nicht minder
für die moralische Entwicklung. VUeberall hat man sich genötigt gesehen,
 den Standpunkt des „laisser faire“ aufzugeben, und, weil der
Einzelne sich nicht ausreichend schützen kann, die Gesamtheit, hier
die Gemeinde, dafür verantwortlich gemacht. Wenn es auch nicht richtig
ist, daß die Armut zugenommen hat, so ist doch sicher der Zustand der
Bedürftigkeit infolge des Wachsens aller Lebensansprüche und der humaneren
 Auffassung der Armenpflege größer geworden, so daß trotz des
Eingreifens der Staatsgewalt durch die zwangweise Arbeiterversicherung
die Ansprüche an die Armenkasse fortdauernd wachsen. Namentlich
wird in der Zukunft noch sehr viel mehr in betreff der geschlossenen
Armenpflege durch Errichtung von Krankenhäusern aller Art und unantgeltliche
 Versorgung der unbemittelten Klassen darin geschehen
müssen. Ist zur Verbesserung der sanitären Verhältnisse wenigstens
in den größeren Städten in den letzten Dezennien bereits außerordentich
 viel getan, und sind gerade dadurch sowohl die Steuern wie die
Anleihen derselben infolge von Anlagen von Wasserleitung, Kanalisation
 usw. gewaltig gestiegen, so sind doch noch vielfache Ergänzungen
zu liefern, und die häufig ausgesprochene Hoffpung, daß man den
GCipfelpunkt des zu Beanspruchenden erreicht habe, will uns sehr
falsch erscheinen. Denn zu häufig zeigen sich die bisherigen Anlagen
 der Zunahme der Bevölkerung nicht gewachsen und verlangen
amfassende Umgestaltung und Erweiterung. Die Fortschritte der medizinischen
 Erkenntnis verlangen gebieterisch eine erweiterte Fürsorge
in betreff der Ervährungsverhältnisse der großen Masse der ärmeren
Bevölkerung z. B. in betreff der Milchversorgung, von der die Kindersterblichkeit,
 die gerade in Deutschland eine übermäßige ist, im höchsten
Maße abhängt. Oeffentliche Badeeinrichtungen werden immer allgemeiner
 als eine Notwendigkeit empfunden und fehlen bei uns teils
zanz, teils in ausreichendem Maße. Die Klagen über die Wohnungsvrerhältnisse
 der arbeitenden Klassen treten von Jahr zu Jahr schärfer
in den Vordergrund, und der Bau guter Wohnungen wird sicher in
der nächsten Zeit sehr bedeutende Mittel in Anspruch nehmen, um
nur einigermaßen den Anforderungen der Zeit zu genügen. Kine noch
größere Perspektive eröffnet sich, wenn wir an die geistigen Bedürfnisse der
städtischen Bevölkerung denken. Ist die Schullast schon in der neueren
Zeit für die Schultern der Gemeinden recht drückend geworden, so wird
zie in der Zukunft durch die Ausbildung des obligatorischen Fortbildungs-